56 Einfluß des Staates auf die Wirtschaft namentlich aus dem Westen erschallenden Ruf nach einem Einflußnehmendes Staates auf das Wirtschaftsleben, nach einer Stärkung der Staatsautorität gegenüber den Privat- interessen und Monopolen, und der Umschwung der öffent- lichen Meinung ist um so bedeutungsvoller, als doch gerade in den Vereinigten Staaten jedes Eingreifen des Staates, jede noch so unbeträchtliche Reglementierung als ein Verbrechen am amerikanischen Geiste betrachtet wurde. Auf einem Ge- biet hatte freilich der Staat schon seit längerer Zeit sich genötigt gesehen, das freie Spiel der Kräfte zu stören und eine gewisse Kontrolle auszuüben, nämlich im Eisenbahn- wesen. Bei der immensen Bedeutung, die die Bahnen für ein Land haben, wo sie häufig erst die Möglichkeit der Besiede- lung geben, wo ihnen auf ungeheurer Fläche keine Kon- kurrenz durch die Wasserstraßen erwächst, wo von ihrer Tarifgestaltung das Schicksal ganzer Städte abhängig sein kann 122? und wegen der starken Produktionsteilung und Kon- zentration in Landwirtschaft und Industrie die einzelnen Landesteile in ihrer Wirtschaftsführung ganz aufeinander angewiesen sind, da mußten die Folgen eines allzu schroffen Wirtschaftsegoismus, einer Außerachtlassung der Interessen der Gesamtheit besonders rasch und kraß in Erscheinung treten. So fällen denn auch die ersten, wenn auch schüch- ternen Versuche, durch die Schaffung der Interstate Com- merce Commission einen Einfluß auf den Aufbau der Tarife der Bahnen zu gewinnen, bereits in die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Die Befugnisse der Commission sind dann