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        <title>Der Deutsche Metallarbeiter-Verband</title>
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            <idno>174914770X</idno>
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  <text>
    <body>
      <div>
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        ..
. tr DEI. XKCHIL
 AAKWEITEI.
: NRRBAHIMD -
UND SEIN NG
B EDE TON G
si STUTTGART 1926
q 4 §
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        Der Deutschs
IMetallarbeiter-Verband
seine Entwicklung
und seine soziale
Bedeutung
Jh eit. 1 D
/ )
4963 1% IA8
S tut tg a. tt 19:26
icIòiIeaIntN2ÉéÉe ctttoÓ N
        <pb n="3" />
        FF BZE T ZU BBT
Druck:
Verlagsgesellschaft des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes
Stuttgart, Rötestraße 16
NICO. M T . T.
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        TE B ZA D Z Z A
Inhaltsverzeichnis
OMI Seits
Porwork.z. » e. e &amp;amp; e e e s s e .o. 1.6.1 d
Die deutsche Metallarbeiterbewegung vor der Gründung
Der tr IMI crtepirhäcicVerdnd ! . : ; : . !
Umfang und ZYwecék . .. . - ö e &amp;amp; o o 6
Die Gliederung des Verbandes . &amp;amp; o « . © « «+ a .
Die Mitgliederbewegung .... o. « o o e «s. o. e « 3
Die Leistungen des Verbandes . q » . . . «» «o « 21
Bewegungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
 ; „ « 1 « a .. . . e 1 . .21
Kollektivverträge . ..&amp;gt; e .. (. «. © 1 ) 22
Die Arbeitszeit in den Tarifverträgen . ) 4 » « 32
Ferien in dem Tarifvertrag «&amp;amp; « » » ) 1 ) «&amp;amp; Ö
Lohnerhöhungen . . » «&amp;amp; 1 1. © q «. o ) è q 2
Unterstäüzungen . j a «e a. 6 o u o » s ) e ü
Das Bildungswesen ee. dv 9- ‘g % e. » « o o. d 28
Schlußwort q » g y « e © § o e d . e e «e . 62
[E)
CH Zu R tt tu u ut Gyn J
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        FE R A Q D A R a
COCCO: Nc; G
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        FEE IEE EM Bu B G Bu RBB s
Vorwort
Die Ausstellung für Gesundheitsschut,
soziale Fürsorge und Leibesübungen
in Düssseldorf 1926
will der Welt eine Übersicht über die Tätigkeit Deutschsan&amp;gt;s
 auf den genannten Gebieten geben. Die
veu.schen Gewerkschaften sind an dieser Tätigkeit hervo...agend
 beteiligt. Die Düsseldorfer Ausstellung
würde unvollständig sein, fehlte in ihr die Darstellung
der Gewerkschaftsarbeit, ihr Mühen und Ringen um
Gesundheitsscchuß und soziale Besserstellung der
breiten Massen der arbeitenden Bevölkerung.
Im Rahmen der Gesamtausstellung des Allgemeinen
 Deutschen Gewerkschaftsbundes (Halle 68)
zeigt deshalb auch der Deutsche Metallarbeiter-Verband
 den Besuchern der Ausstellung Entwicklung,
Wesen und Leistungen dieser größten gewerkschaftlichen
 Vereinigung der Welt. Die 11 größten bildlichen
 Darstellungen und die dazu gehörenden Tafeln
sind in der Graphischen Abteilung der Württembergischen
 Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart
 angefertigt unter Leitung Professor Schneidlers.
c.CCcINWVNININOo n oo N2hoN.G H |
        <pb n="7" />
        BU DA Bus.
Mitarbeiter Imre Reiner, Anneliese Mostert und
Walter Brudi.
Die zeichnerischen Darstellungen sind von Grete
Weiß-Stuttgart.
Der Verband ist ferner mit eigenen Ausstellungsobjekten
 in den Abteilungen für Kinderschutz, Heimarbeiterschut,
 Bauarbeiterschuz und allgemeine Gewerbehygiene
 beteiligt. (Halle 37 u. a.)
Dies Schriftchen gibt dem Besucher eine ganz knapp
gefaßte Darstellung der Entstehung des Deutschen
Metallarbeiter-Verbandes und seines Wirkens für die
geistige und materielle Wohlfahrt seiner Mitglieder
und ihrer Angehörigen und für den sozialen Aufsstieg
der Arbeiter allgemein.
Möge es den Gewerkschaften neue Freunde werben,
möge es auch in der Hand der Vertrauensleute und
Mitglieder ein Mittel sein, die noch abseits stehenden
Metallarbeiter aller Berufe und ebenso die Arbeiterinnen
 und Lehrlinge für den Deutschen Metallarbeiter-Verband
 zu gewinnen, damit er in verstärktem
 Maße seine großen sozialen Aufgaben
erfüllen kann.
Stuttgart, im Mai 1926.
Der Vorstand des
Deutschen Metallarbeiter-Verbandes,
mmm COE
        <pb n="8" />
        EB D u Enn Rt
Die deutsche
Metallarbeiterbewegung vor der
Gründung des DMB
D' moderne Gewerkschaftsbewegung der deutschen
Metallarbeiter begann im Jahre 1868. Auf
einem von den Anhängern Ferdinand Lassalles im
September 1868 nach Berlin einberufenen allgemeinen
 deutschen Arbeiterkongreß wurden zehn
Berufsorganisationen, Arbeiterschaften genannt, ins
Leben gerufen und als „Allgemeiner deutscher Arbeiterschaftsverband“
 zusammengefaßt. Unter diesen
Arbeiterschaften befand sich die „AUgemeine deutsche
Metallarbeiterschaft“ mit dem Sitz in Hannover.
JFhr Zweck war nach dem Statut, „die Ehre und die
materiellen Interessen der beteiligten Mitglieder zu
wahren und zu fördern“.
Im August 1869 fand in Nürnberg ein Kongrefß
der sogenannten Eisenacher Richtung statt. Dieser
gründete die „Jnternationale Gewerksgenossenschaft
der Metallarbeiter“ mit dem Sitz in Nürnberg.
Schon im November 1869 kam es zur Verschmelzung
beider Organisationen unter dem Namen ,,Futernationale
 Gewerksgenossenschaft der Metallarbeiter“,
Diese Organisation verlegte 1872 ihren Sitz von
Hannover nach Chemnitz, dann 1874 nach Brauna
hc u Mm. NT H
        <pb n="9" />
        EA n D Z Z D D DZ
schweig. Von 1876 an gab sie eine eigene Zeitung
„Panier“ heraus.
Im April 1869 hatte sich außerdem in Pforzheim
ein Ortsverein der Gold- und Silberarbeiter gebildet,
der sich noch im gleichen Jahre auf einem Delegiertentag
 der deutschen Gold- und Silberarbeiter zu
einer Zentralorganisation umstellte. Von 1873 an
bestand auch ein „Verband der Klempner und verwandter
 Berufsgenossen“’. Dieser vereinigte sich 1877.
mit der Metallarbeiter-Gewerksgenossenschaft. Jm
gleichen Jahre wurde auf einem Kongreß der
Schmiede der „Verband deutscher Schmiede“ gebildet
mit dem Sitz in Berlin.
Das im Jahre 1878 erlassene Sozialistengesetz zerstörte
 gewaltsam diese Organisationen. Sie wurden
aufgelöst. Jn den ersten Jahren des Bestehens des
Gesetes war an die Neubildung gewerksschaftlicher
Organisationen nicht zu denken, da jeder Versuch sofort
 ersticktt worden wäre.
Dennoch war der Wille, die Metallarbeiter erneut
zusammenzufassen, in vielen Orten Deutschlands
borhanden. Er wurde wesentlich gestärkt durch die
1883 in Nürnberg von privater Seite ins Leben gerufene
 „Deutsche Metallarbeiter-Zeitung“/, in welcher
1884 ganz offen zur Schaffung einer neuen Zentralorganisation
 der Metallarbeiter aufgefordert wurde.
Ein zu Weihnachten 1884 nach Gera einberufener
Metallarbeiterkongreß beschloß auch die Gründung
IMmMMÑÇ=NÇiItdcoN oom M
        <pb n="10" />
        1868
tft...
.us
1874
ZS.. 1891
ea FRANKFURT
DIE ENTSTEHUNG DES DEUTSCHEN METALLARBEITER-VERBANDS
        <pb n="11" />
        ME BBD Ds
ber „Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands“
mit dem Sitz in Mannheim. Jm August 1885 löste
sie der badische Landeskommissar auf Grund des
Sozialistengesetzes auf.
Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung des
„Berbandes deutscher Schmiede“ mit dem Sit in
Hamburg und des „Verbandes deulscher Mechaniker
und verwandter Berufsgenossen“ mit dem Sit in
Stuttgart (später nach Hamburg verlegt).
Ein Metallarbeiterkongreß im Dezember 1888 in
Weimar beschäftigte sich erneut mit der Schaffung
eines allgemeinen Metallarbeiterverbandes. Die
Mehrzahl der Delegierten sprach sich grundsäglich
dafür aus, begnügte sich jedoch vorerst mit der Besiellung
 je eines Landesvertrauensmanns für die
Metallarbeiter allgemein, für die Former, die
Schmiede, die Klempner und die Schlosser und
Maschinenbauer. Die Vertrauensleute hatten die
Aufgabe, die Verbindung mit den Berufskollegen der
einzelnen Orte aufrechtzuerhalten bezw. herzustellen
und sie bei der Durchführung von Bewegungen zur
Regelung der Arbeitsbedingungen zu unterstützen.
Sie erhielten ferner den Auftrag, im Jahre 1890
einen neuen Kongreß einzuberufen. Auch dieser Kongreß
 ließ die Organisationsfrage unentschieden.
Kurze Zeit darauf versagte der Reichstag die Zustimmung
 zur Verlängerung des Sozialistengesetzes.
Am 1. Oktober 1890 trat es außer Kraft. Obwohl
10 «uw Ü
        <pb n="12" />
        EBD Bu un urs
damit keineswegs die Garantie für eine erfolgreiche
Organisationsarbeit gegeben war ~ konnten doch
mit den außerordentlich ungünstigen vereins- und)
verssammlungsrechtlichen Bestimmungen der einzelnen
 Länder den Gewerkschaften noch immer die
denkbar größten Schwierigkeiten gemacht werden ,
die JInteressen der Metallarbeiter verlangten immer
mehr eine alle Berufe umfassende Zentralorganisation.
 Auf dem vom 1. bis 6. Juni 1891 in Frankfurt
 a. M. abgehaltenen Metallarbeiterkongreß wurdo
sie mit 104 gegen 20 Stimmen beschlossen,
ED
Der Deutsche
Metallarbeiter-Verbanö
Al: dem Kongreß in Frankfurt a. M. wurde
die erste Jndustrieorganisation aus der Taufe
gehoben. Sie nahm ihre Tätigkeit am 1. August 1891
auf. Der Streit um die Organisationsform war mit
dem Beschluß keineswegs beendet. Er verschärfte
sich nach dem Kongreß vielmehr erheblich und lähmte
die Tätigkeit und Entwicklung der neuen Organisation.
 Der DMV mußte um seine Anerkennung
nic, nur bei der außerhalb der Metallindustrie
stehenden organisierten Arbeiterschaft, sondern auch
bei einer Anzahl Berufe innerhalb der Metalla
industrie ringen, die am Berufsverband festhielten,
uu E un u 1.4
        <pb n="13" />
        B B Z Bua
Angeschlossen hatten sich zunächst nur die Feilenhauer,
 Klempner und Schlosser, während die Former,
 Gold- und Silberarbeiter, Graveure und Ziseleure,
 Kupferschmiede, Schmiede und Werftarbeiter
den Anschluß nicht vollzogen. IJn Berlin, Hamburg
und Solingen blieben auch lokale Metallarbeiterorganisationen
 bestehen, die Schwierigkeiten für den
jungen Verband verstärkend.~
Heute sind die Kämpfe um die Organisationsform
in der Metallindustrie so gut wie erledigt. Von den
obengenannten Verbänden stehen nur die Kupferschmiede
 noch außerhalb der großen Jndustrieorganisation,
 ferner die Heizer und Maschinisten. Die Angehörigen
 dieser Berufe sind zum Teil im DMV,
zum Teil im Berufsverband organisiert.
Von den lokalen Organisationen hat sich die
Berliner und Hamburger schon im ersten Jahrzehnt
dem DMV angeschlossen und von dem Solinger
„Jndustrieverband“ kann gerade in diesen Tagen
gesagt werden, daß die Verhandlungen für die Vereinigung
 mit dem DMV so gut wie abgeschlossen sind.
Jeder neue Zusammenschluß verminderte die
Reibungsflächen, die naturgemäß aus dem Nebeneinanderarbeiten
 verschiedener, wenn auch dem
gleichen Ziele zustrebender Organisationen entstehen,
verminderte die Kosten für Agitation und Verwaltung
 und steigerte Ansehen, Einfluß des Verbandes
und seine Leistungen für die Mitglieder.
NI.IIiicNN.NN Mr
        <pb n="14" />
        Urn.
        <pb n="15" />
        DUE Dr D G E w BAA En p
Umfang und Zweck
ND? DMV erstrect sich über das Gebiet bey
deutschen Republik und den Freistaat Danzig.
Die Mitgliedschaft können alle Metallarbeiter und
alle in der Metallindustrie und in Metallgewerben
Beschäftigten beiderlei Geschlechts ohne Unterschied
des Alters und Berufs erwerben, wenn ssie dis
Satzungen des Verbandes anerkennen.
Der DMV sieht seine vornehmste Aufgabe in der
Wahrung und Förderung der Ehre sowie der materiellen
 und geistigen Interessen seiner Mitglieder,
in der Hebung der Allgemeinbildung, namentlich auf
dem Gebiet der Wirtschafts- und Handelskunde, deu
Sozialpolitik und des Arbeitsrechts.
EE fordert die Demokratisierung der Bes
Weitgehendstes Mitbestimmungsrecht der Arbeitev
und Angestellten bei der Produktion, beim Einzelbetrieb
 beginnend bis zu den höchsten Stellen der
zentralen Wirtschaftsorganisationen.
Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte bei Einstela
lungen und Entlassungen.
Regelung der Arbeitsbedingungen für alle Beschäfs
tigten einschließlich der Lehrlinge, insbesondere der
Arbeitszeit, der Ferien, der Höhe der Entlohnung
Im m."i=i=…=…=i=cs=ctkh.c nk …G.T;
        <pb n="16" />
        A DT nus
und der Entlohnungsform durch kollektive Arbeitsverträge.

Der DMV gewährt seinen Mitgliedern: Unterstützung
 bei Streiks, Ausssperrungen und Maßregelung,
 bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und beim Sterbefall,
 Reisegeld, Unterstüzung beim Umzug und in
außerordentlichen Notfällen, freien Rechtschut in
gewerblichen Streitigkeiten und bei Ansprüchen an
die gesetlichen Verssicherungseinrichtungen.
CD
Die Gliederung des Verbandes
(N' wird der Verband durch einen Vorstand
von 18 Mitgliedern, die zur Hälfte fest angestellt
 sind. Sit der Hauptverwaltung ist Stuttgart.
Die Hauptverwaltung umfaßt je eine Abteilung
für Sozial-, Wirtschafts- und Gewertkschaftspolitik,
Bildungswesen, Bücherei, Statistik, Agitation und
Organisation, Betriebsrätewesen, Kasse, Unterstützungswesen,
 Frauen-Kinder-Heimarbeit, Jugendbewegung,
 Gesundheits- und Unfallschuy.
Hur Durchführung der Verwaltungsarbeiten sind
im Verband 17 Bezirke gebildet mit Bezirksleitungen
in Berlin, BielefeldD, Breslau, Dresden, Erfurt,
Essen, Frankfurt a. M., Hagen, Halle, Hamburg,
Hannover, Köln, Königsberg, München, Nürnberg,
Stettin und Stuttgart.
InNEETEÉcCcCOCcI.oICcI.O.ono .o H
        <pb n="17" />
        EB D D D D D u Br
Die Mitglieder verteilen sich auf 620 Orte mit
Geschäftstellen, in denen neben Tausenden ehrenamtlich
 tätiger Mitglieder auch 832 männliche und 177
weibliche Angestellte in der Verwaltung des Verbandes
 tätig sindk..
Hur Erledigung von Beschwerden über den Vorstand
 und zur Kontrolle der Hauptkassse besteht ein
Ausschuß von fünf Mitgliedern in Frankfurt a. M.
Der DMV ist mit allen anderen freien Gewerkschaften
 im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund
vereinigt, der wieder ein Bündnis mit dem Allgemeinen
 freien Angestelltenbund und dem Deutschen
Beamtenbund geschlossen hat.
Mit den Gewerkschaften der übrigen Länder sind
bie deutschen Gewerkschaften im Internationalen Gewerkschaftsbund,
 Sitz Amsterdam, verbunden. Ferner
gehört der DMV zum Jnternationalen Metallar§triterbund,
 Sitz Bern, dem die Metallarbeiterorganisationen
 Europas ~ mit wenigen Ausnahmen
=- und eine amerikanische Organisation angeschlossen
sind. Zwischen diesen Organisationen sind Verträge
abgeschlossen, die den Mitgliedern den kostenlosen
Übertritt zu einer anderen Organisation des Bundes
unter Anrechnung ihrer Mitgliedszeit und Gewährung
 von Unterstützung usw. garantieren. Die
angeschlossenen Organisationen leisten sich gegenseitig
moralisch und materiell Hilfe bei Sicherung ihrer
Arbeitsbedingungen.
icNCXCN.CC. IOONINC,:N N.. -
        <pb n="18" />
        F E E E u TD ns
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rt Sti Z Hzgt 17
        <pb n="19" />
        O B B Ta
Die Mitgliederbewegung
im D M B
Mi! 23 205 Mitgliedern schloß das Gründungsjahr
 1891 ab. Das erste Hunderttausend
wurde erst nach einem Jahrzehnt im Jahre 1900,
bas zweite schon 1904, das dritte 1906, das vierte
1910 und das fünfte Hunderttausend 1911 erreicht.
561 547 Mitglieder im Jahre 1912 waren der Höchststand
 der Vorkriegszeit. Die Mitgliederzahl sank im
Kriege bis auf 234 807 im Jahre 1915 herab, stieg
aber bereits während des Krieges wieder und erreichte
 mit 1 624 554 im Jahre 1922 den bisherigen
höchsten Stand, von dem sie im JInflationsjahr 1923
und im Jahre 1924 auf 710 934 zurückging, eine
Folge der Umstellung besonders in der Metallindustrie
 mit ihren Stillegungen und Massenentlassungen.
Am Schlusse des Jahres 1925 war jedoch die Mitgliederzahl
 schon wieder auf 764 609 gestiegen.
Sieht man von der Kriegs- und der leßten Jnflationszeit
 ab, in welcher sich die Mitgliederzahl
außergewöhnlich stark senkte, und ebenso von den
ersten Jahren nach der Umwälzung, in denen die
Mitgliederzahl enorm hinaufschnellte, dann zeigt die
Mitgliederbewegung eine fast gleichmäßig ansteigende
Linie. Wie die folgende Zusammenstellung zeigt, gilt
dies sowohl für männliche wie für weibliche Mitglieder.
18 ot UE tu uw
        <pb n="20" />
        [s' JER
hAUcdJti
23 23208 49954 4102905 335075. 6151468 247360 1567088 7g34 .
        <pb n="21" />
        ETB B E Bt
Mitglieder
weibliche zusammen
. . 330 §
§ «s | 52 259
ö u &amp;amp; l 63306 . o4609
Nach Berufen geordnet verteilen sich die Mitglieder
4019 Drahtarbeiter 60 765 Metallarbeiter
65 203 Dreher 22.. ) Mechaniker
17 285 Elektromonteure 2988 Messerschmiede
1827 Feilenhauer 9979 Metalldrücker
84 922 Former “ HJ Metallschleifer
2459 Gelb- u. Glockengieß. ZuL9 Nadelarbeiter
19316 Gießereiarbeiter 3449 Optiker
6789 Gold- und Silberr 1867 Schläger
arbeiter 167236 Schlosser
2601 Graveureu.Ziseleuere %28132 Schmiede
60.3 Bürtler 4630 Schweißer
(12.1 Heizer u. Maschinist. 8065 Walzwerkarbeitey
6 7.7 Heizungsmonteure 5636 Werftatbeiter
7518 Hochofenarbeiter 12674 Werkzeugmacher
6500 Installateure 315 Zinngießer
8582 Kesselschmiede 63306 Arbeiterinnen
21 605 Klemppnee. 43914 Hilfsarbeiter
1325 Kupferschmiede 17813 Nichtmetallarbeitey
67 309 Maschinenarbeiter 27344 Lehrlinge.
.iÊÏn}sMIoCCCCCCCCCC.CCC. . G. y b, &amp;gt;
        <pb n="22" />
        FU n uns
Die Leistungen des Berbandes
S sind in erster Linie von der organisatorischen
und finanziellen Stärke des Verbandes abhängig.
 Der teilweise Abbau der Arbeitsbedingungen
in den Jahren 19283 und 1924 konnte den Mirgliedern
 des Verbandes nur aufgezwungen werden, weil
die Finanzen des Verbandes durch die Inflation ungeheuer
 geschwächt waren.
Eine vorübergehende Außerkraftsezung von Unterstützungseinrichtungen
 war notwendig und diese Maßnahme
 führte in Verbindung mit den katastrophalen
wirtschaftlichen Ereignissen jener Jahre zum Verlust
von Mitgliedern, mithin auch zur organifatorischen
Schwächung des Verbandes.
Daß der Verband auch in diesen schwersten Heiten
außerordentlich arbeitsfähig blieb, zeigt eine Gegenüberstellung
 der Zahl von
Bewegungen zur Berbesserung
der Arbeitsbedingungen
der Vor- und Nachkriegszeit.
* N .wegungen wit liz Beteiligten
EcCcctcNTCXNN—.cCCCcCcO. . -
        <pb n="23" />
        EEE BE B n g n gn
Kollektivverträge
Zes! standen die Unternehmer und ihre Ors
ganisationen dem Abschluß von Tarifverträgen
vor dem Kriege feindlich gegenüber. Jn der Eisenund
 Metallindustrie konnte nur selten ein Tarifabschluß
 für die Arbeiter erfolgen. Das änderte sich
in der Nachkriegszeit, die Arbeiter und Arbeiterinnen
der Metallindustrie wurden restlos in den vom DMV
abgeschlossenen Tarifverträgen erfaßt. Während
1903 zusammen 32 Verträge mit 11862 Tarifbeteiligten
1909 s 399 o s» 95172 s
abgeschlossen wurden, waren es
1925 zusammen 638 Verträge mit 1870 683 Tarifbeteiligten.
E
Die Arbeitszeit in den Tarifverträgen

I Gründung des Verbandes betrug die Arbeitszeit
 zumeist 10 Stunden und mehr. Überarbeit
und Nachtarbeit im Anschluß an die ohnehin lange
Arbeitszeit und ebenso Sonntagsarbeit war überall
üblich. Der Verband und seine Funktionäre haben
eine mühevolle Arbeit unverdrossen geleistet, um zunächst
 die Arbeiter von der Schädlichkeit der urimenschlichen
 Arbeitszeit zu überzeugen, dann dem
223 num ww www uE
        <pb n="24" />
        DIE ENTWICKLUNG DER?
IMDER u k E
        <pb n="25" />
        Funn En Dan Eno gn Ze
Unternehmertum den Widerssinn solcher Arbeitszeitpolitif
 zu beweisen, aber auch durch Bewegungen
eristester Art die Regelung der Arbeitszeit herbeizuführen.
 Sv wurde zuerst der Abbau der Sonntagsuud
 Überarbeit, später die Herabseßung.der täglichen
Arbeitszeit von 10 auf 9 und 8 Stunden erreicht.
Jm Jahre 1913 war die Arbeitszeit in vm DMV
abageschlossenen Tarifverträgen für 177 009 Beteiligte
geregelt. Davon arbeiteten
nom Hundert 48 Stunden
E ' 49-54 -
j s 55-57 s
mehr als 57
Nach dem Kriege wurde die 48stündige Arbeitszeit
 allgemein durchgeführt. Jm Jahre 1924 wurde
= troy heftigster Abwehr unserer Mitglieder –~ vom
Unternehmertum eine teilweise Verlängerung der
Arbeitszeit erzwungen.
Die wöchentliche Arbeitszeit im Jahre 1925 betrug
 in allen von uns abgeschlossenen Tarifverträgen
grundsäylich 48 Stunden. In einer Anzahl Verträge
ist eine höhere Arbeitszeit als zulässig anerkannt,
o da
| h 22 vom Hundert 48 Stunden bleiben,
. §13 - - 49–54 -  gzulässig sind
und - 25 „- . 55-57 - : §
Von der längeren Arbeitszeit wird in gahlreichen
Betrieben kein Gebrauch gemacht.
..Íc»cOcOccEInNEOINNZ IN O N IHG HI
        <pb n="26" />
        E B T Mu
Ferien im Tarisvertrag
D! Anerkennung des Erholungsurlaubs auch für
die Arbeiter war in der Vortriegszeit nur in
vereinzeltenFällen erreicht worden. Die Tarifvertrage
für die Metallindustrie wiesen im Jahre: 1993 nur
3 Verträge mit 50 Beteiligten und im Jahre 1913
auch nur 77 Verträge mit 8319 Beteiligien auf, für
die der Erholungsurlaub tariflich geregelt und damit
zu einem Recht geworden war. Das Revolutionsjahr
1918 brachte allgemein den Erholungsurlaub.
Wie bei der achistündigen Arbeitszeit wird auch
der Abbau des Urlaubs vielfach versucht, bisher nur
in seltenen Fällen mit Erfolg. Im Jahre 1925
waren die Ferien in 597 Verträgen mit 1 690 166
Beteiligten geregelt. _
Lohnerhöhungen
D! vom Verband eingeleiteten Lohnbewegungen
brachten Erfolge:
für Personen durchschnittl. f. d. Einzelnen
E ro Ogo: Mr.
~ 28b.,
1 2865313
1925 2680000 :
ty Tutt wu G u ur Zu fu 25
        <pb n="27" />
        En Enn ß
Besonders in den Jahren 1924 und 1925 waren
bieselben Arbeiter und Arbeiterinnen wiederholt an
solchen Erhöhungen beteiligt, die tatsächliche Erhöhung
 des Wochenlohnes ist baher für eine große
Zahl von Personen das mehrfache des angegebenen.
Der Wochenlohn erhöhte sich durchschnittlich in der
Metallindustrie: im Zahre 1924 1925
für Gelernte . . . ' y. H. um 18,0 v. H.
e Ungelernte. . &amp;amp; . 17,0 &amp;gt;
, Arbeiterinnen . . . . 18,8 -
' Handwerksbetriebe 6,0 s 22,0 s
Unterstützungen
(Sz!!! selnent Bestehen zahlte der DMV an seine
Mitglieder an Barunterstüzungen (die Jnflationsjahre
 1921 bis 1923 sind nicht mitgerechnet):
bei Streiks und Aussperrungen. . , Millionen
§ Krankheit. . Le.. .. |
. Nrbeitslofigkeit . . „ . . « .
» Sterbe- und Notfällen . . .
für Reisende und beim Umzug . . -
- Rechtsuchende P ..L .
Die ungeheure Krise, in der wir uns zurzeit bes
finden, stellt hohe Ansprüche an die Finanzen des
Verbandes. In den ersten vier Monaten 1926 find
an Unterstütungen, insbesondere für Arbeitslose und
IcNCITN°III[TSOICNOC CE IME:
        <pb n="28" />
        . ~ ) §) . . E DIE
LEISTUNGEN DFS
.
mAuss- . guoù
        <pb n="29" />
        nA D TD rs
Kurzarbeiter, zusammen 12 Millionen Mark aufgewendet
 worden.
Vom Hundert der Einnahmen der Hauptkasse
wurden für soziale Unterstützungen an die Mitglieder
zurückbezahlt:
— .. e | : ) . » sw., 883,0
su: Ze.7 ds r ~ „[ 62,8
% ts 1% E
Von den gesamten Ausgaben der Jahre 1891 bis
1920, 1924 und 1925 entfielen
29 v. H. auf Ausgaben für Kämpfe zur Erreichung
oder Erhaltung günstiger Arbeitsbedingungen,
49 v. H. auf persönliche Unterstützungen,
7 v. H. auf Bildungszwecke.
85 vom Hundert der Ausgaben flossen mithin den
Mitgliedern in der Hauptsache als Unterstützungen
wieder zu.
Das Bildungswesen
qu ts wird die, Metallarbeiter-Zeitung“’ in
einer Auflage von 780 000 hergestellt und den
Mitgliedern gratis zugestellt. Die Metallarbeiter-Zeitung
 unterrichtet über alle Vorgänge in Politik
und Wirtschaft und vertritt die Forderungen des Verbandes,
 die dieser im Interesse seiner Mitglieder
wie der Arbeiterschaft allgemein stellt.
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        F E Zs
Die Jugendlichen und Lehrlinge erhalten jede
Woche die „Metallarbeiter-Jugend“, in der die besonderen
 Interessen beider behandelt werden. Die
Auflage der Metallarbeiter-Jugend beträgt zurzeit
Für die Jugendlichen und Lehrlinge ist ferner
eine besondere Jugendabteilung in der Hauptverwaltung
 mit einem Jugendsekretär geschaffen worden,
der mit den Ortsjugendgruppen in innigem Verkehr
steht und das die Jugend und das Lehrlingswesen
behandelnde Material vermittelt. In denOrtsjugendgruppen
 werden die sozialen Fragen der Jugend besprochen,
 Lese- und Aussprechabende, Besichtigungen
von Betrieben und Museen, Besuche von Konzerten
und Theatern, Vorträge, Vortragskurse und Wanderungen
 veranstaltet, um die Lehrlinge und Jugendlichen
 körperlich und geistig zu stärken,und zu schulen.
Für die Betriebsräte und Funktionäre des Verbandes
 erscheint jede zweite Woche die „Betriebsräte-Ve:
 §Hrift“ in einer Auflage von 31000. Die Be-“zcvsräte-Zeitschrift
 nimmt Stellung zu allen großen
Problemen der Politik und Wirtschaft und dient der
Bildung und Schulung der Vertrauensleute des Verbandes.
 Zur Unterstützung der Betriebsräte in allen
Rechtsfragen, zur Sammlung des Materials, das die
Betriebsräte befähigt, ihre Aufgaben im Betrieb
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        B u B Wu ns
erfolgreich zu erfüllen, besteht in der Hauptverwaltung
 eine Betriebsräteabteilung mit einem Sekretär,
die in regem Verkehr mit den Betriebsräten steht.
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In Bad Dürrenberg befindet sich die Wirtschaftsschule
 des Verbandes. Jn dreiwöchigen Kursen werden
je 50 bis 60 Mitglieder einer bestimmten Industriegruppe
 (Schwerindustrie, Elektrizität, Autobranche,
Werften, Lokomotiv- und Waggonbau usw.) von festangestellten
 Lehrkräften in Wirtschaftskunde, Arbeiterrecht
 und Betriebswissenschaft unterrichtet. Die
Schule ist als Internat eingerichtet, die Kursteilnehmer
 wohnen in der Schule und werden dort beköstigt.
 Jhrer Familie wird eine angemessene Entschädigung
 für entgangenen Arbeitsverdienst gezahlt.
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Die Verlagsgesellschaft des Deutschen
Metallarbeiter-Verbandes
hat ebenfalls eine Auswahl ihrer Erzeugnisse auss
gestellt. Unter dieser Firma betreibt der DMV eine
eigene Buchdruckerei mit Buchbinderei und eine Buchs
handlung, um unabhängig und unter güngstigsten
wirtschaftlichen Voraussetzungen seine Drucksachen selbst
hegt. regelmäßig erscheinenden Metallarbeiter-Heitung,
 Metallarbeiter-Jugend und der Betriebsrätes
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        . |
. Wirischaftsschule des Deutschen Metallarbeiter-Berbandes
j Bad Dürrenberg a. S.
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        EDE En BNS
Heitschrist wird alljährlich und in großer Auflage der
Metallarbeiter-Kalender herausgegeben. Moderne maschinelle
 Einrichtungen ermöglichen darüber hinaus
auch die Herstellung der Mitgliedsbücher, Protokolle,
Kassenbücher, Broschüiren, Flugblätter, überhaupt alle
für die innere Verwaltung des Verbandes benötigte
Formulare, im eigenen Betrieb.
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Sch lußwort.
T) wir zum Schlusse noch darauf verweisen,
daß der Verband nicht nur zur Unterbringung
für die Hauptverwaltung in Stuttgart, sondern auch
zur Unterbringung der Bezirksleitungen und Geschäftstellen
 insgesamt 50 zumeist stattliche Häuser in
41 Städten Deutschlands besitzt, die ein respektables
Vermögen darstellen, so glauben wir den Leser, soweit
 dies im Rahmen dieses Schriftchens möglich ist,
über die wichtigsten Dinge unterrichtet zu haben.
Wir schließen mit der Versicherung, daß der
Deutsche Metallarbeiter-Verband
ebenso unermüdlich wie bisher auch in Zukunft alle
versügbaren Kräfte und Mittel einsetzen wird, um
seinen Mitgliedern und mit ihnen der Arbeiterklasse
den dauernden sozialen Aufstieg zu ermöglichen.
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