Die Verwendung der Kali-Anleihe. Nicht unbedeutende Unterschiede treten zwischen den verschiedenen Stellen bei der Berechnung der Zinsbelastung auf, die sich aus der englischen Kali-Anleihe pro Doppelzentner ergeben. Nach der Berechnung des Reichswirtschaftsministeriums beträgt die Zinsbelastung pro Doppelzentner Reinkali 1,85 Mk. Das Kali-Syndikat und die Kaliprüfungsstelle berechnen 2,07 Mk. pro Doppelzentner Reinkali, was mithin einen Unterschied von 0,22 Mk. ausimacht. Wichtiger als diese unterschiedlich berechnete Zinshöhe erscheint uns die Verwendung der Kali- Anleihe. Bekanntlich wurde die Anleihe aufgenommen, um hauptsächlich die Rationalisierung der Kali-Industrie durchführen zu können, bzw. alte Anleihen, die zur anfänglichen Rationalisierung aufgenommen waren, abzustoßen. Die Zuteilung der Anleiheanteile an die Konzerne erfolgte nach der Beleiliqungsziffer an Kali-Syndikate, über welche die einzelnen Konzerne verfügen. Abgesehen davon, daß die dritte Rate der Anleihe im Betrage von 60 Millionen Mark noch gar nicht in Anspruch genommen ist, wagen wir die Behauptung aufzustellen, daß die Gelder nicht nur zur Rationalisierung der Kalibetriebe, sondern gleichzeitig auch für die chemischen Betriebe verwendet worden sind, die den Kaliwerken angegliedert sind. Unter chemische Betriebe der Kali-Industrie sind diejenigen Betriebe zu verstehen, welche Produkte herstellen, die nicht unter das Kaligesetz fallen. Auch diese Betriebe sind mit dem Geld der Kalianleihe rationalisiert bzw. ganze Neuanlagen davon errichtet. Die Summe, welche für die Rationalisierung der chemischen Betriebe verwendet worden ist, muß daher von der Gesamtsumme der Anleihe, deren Verzinsung nach den Produktionskostenberechnungen ausschließlich die Kali-Industrie belastet, in Abzug gebracht werden. Dadurch wird für das in den Kalibetrieben verwendete Geld eine weitere nicht unerhebliche Zinsermäßigung eintreten und die Berechnung im Endergebnis noch günstiger ausfallen, als dieses schon bei der jetzigen Berechnung des Reichswirtschaftsministeriums der Fall ist. Ob der Reichswirtschaftsminister bei seinen Berechnungen eine Trennung der chemischen Betriebe von den Kalibetrieben vorgenommen hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Von uns muß jedenfalls diese Trennung erstrebt werden. Die großzügig ausgebauten chemischen Großbetriebe der Kali-Industrie, in der Erzeugung begünstigt durch billige Rohstoffe umd längere Arbeilszeit, sind ein äußerst wertvoller Aktivposten, der bei der Betrachtung der wirtschafklichen Lage der Kali-Industrie nicht unbeachtet bleiben darf. 1 &