verstärkt zu besetzen ?!). So wird die Erhöhung der Zahl der Gichter und Schmelzer verständlich, zumal wenn man bedenkt, daß von ihnen neben schwerer körperlicher Arbeit auch angespannte Aufmerksamkeit und verantwortungsvolle Beobachtung des Hochofenprozesses verlangt werden muß, deren Nachlassen schwere Störungen des Betriebes zeitigen kann. Die Vergrößerung der Belegschaft des untersuchten Hochofenbetriebes in Rücksicht auf den gesundheitlichen Zustand der Arbeiter sei noch dadurch verstärkt werden, daß überhaupt, wie auch in der übrigen Industrie, gegen- über den aus dem Felde zurückkehrenden Arbeitern jedes mögliche Entgegenkommen bewiesen und sehr viele Leute eingestellt worden seien, ohne gleichzeitig eine entsprechende Anzahl während des Krieges angenommener Arbeitskräfte zu entlassen *). Da gesetzliche Maßnahmen, vor allem die Demobilmachungsverordnung vom 12. Februar 1920?), die Entlassung von Arbeitern außerordentlich erschwerten, konnte eine größere Verminderung der Belegschaft auch späterhin nicht durchgeführt werden, eine Tatsache, die ebenfalls „häufig gar nicht erwähnt wird bei Gegenüber- stellungen von Ziffern über das Wachsen der Arbeiterzahl nnd das relative Sinken der erzeugten Produktmenge, so daß auch von hier aus das Konto des Achtstundentages oft übertrieben belastet erscheint“®%). Hinzu kam, daß aus politischen Gründen „die Leute lieber_im Werk behalten wurden, als daß man sie auf die Straße setzte“ *), wo sie betriebsschädigender Agitation verfallen und in_er- ') Aus der Denkschrift des Hüttenwerkes. ?) RGBL 8. 218. 3) Vleugels, a. a. 0. S. 25. *) Diese Formel kehrte in den persönlichen Mitteilungen, die dem Verfasser von Betriebsleitern verschiedener Hüttenwerke gemacht wurden, immer wieder. 239