ES 138 führung des Dreischichtensystems theoretisch erfordert hätte. So erhöhte sich in einem Betriebe bei Übergang vom Zwei- zum Dreischichtensystem die Belegschaft von 90 auf 102, statt auf 135 Mann; in einem anderen Betriebe wurden die Leistungen von 18 furnace-fillers!) durch 21 statt durch 27 Mann vollzogen. Dadurch ergab sich z. B. im letzteren Fall eine Einsparung an Arbeitern von rund 33%, die ausdrücklich auf die Möglichkeit stärkerer Be- anspruchung der einzelnen Arbeiter bei verkürzter Arbeits- zeit zurückgeführt wird. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika wurde das Dreischichtensystem nach heftigem Kampf um die achtstündige Arbeitszeit in den kontinuierlichen Be- trieben der Stahlindustrie 1923/24 fast überall eingeführt ?). Es wird aus der Mehrzahl der Betriebe berichtet, daß Arbeitgeber wie Arbeitnehmer von der Neuerung im all- gemeinen befriedigt seien ?®). Wichtig erscheint ferner vor allem die Tatsache, daß nach „mit größtem Nachdruck“ abgegebenen Erklärungen der leitenden Beamten „der Arbeiterwechsel unter dem Dreischichtensystem bedeutend geringer ist als unter dem Zweischichtensystem“ 3), was für das Produktionsproblem insofern. von hohem Wert ist, als die Bedienung eines Hochofens genaue Kenntnis seiner KEigenarten verlangt, um Störungen verhüten und beseitigen zu können. Bei Heranziehung dieser Angaben ist jedoch zu berück- sichtigen, daß es sich in beiden Industrieländern, vor allem in den U.S. A.,, um ganz andere wirtschaftliche Verhält- nisse als in Deutschland handelt; daher darf man von hier aus nicht ohne weiteres den Schluß ziehen, daß die Ent- ') Etwa den Gichtern gleichzustellen. ?) Vgl. Soz. Praxis, XXXII. Jahrg., Nr. 38, Sp. 692. ®) Lipmann, Das Arbeitszeitproblem (2. Auflage), Nr. 865 der Nach- weise (S. 260).