U — Was zunächst die sog. kaufmännische Verkehrslehre betrifft, so dürfte der akademische Kameralismus hier nicht allzuviel Neues zutage gefördert haben. Er bietet jedoch eine gute Ideen- und Literaturgeschichte, die der Aus- schöpfung noch harrt. In bezug auf die engeren Betriebsprobleme dagegen ist der Kameralismus durchaus fruchtbar gewesen. Man muß heute lebhaft bedauern, daß vieles, was er schon deut- lich gesehen hat, erst später nach langen Umwegen wieder erschlossen worden ist. Dafür mögen folgende Beispiele Zeugnis ablegen: Schon bei Darjes, 1768, findet sich eine Zergliederung, der Fabrikationskosten und eine Behandlung des Zinsen- und Abschreibungsproblems in der Kalkulation, wie sie erst im 20. Jahrhundert wieder in der Literatur auftritt. Bei Schmalz, der durch die Schule der Physiokraten gegangen war, finden wir in der merkantilen Privatökonomie neben beachtlichen Ausführungen über den Unternehmer- gewinn Untersuchungen über das Verhältnis von Arbeits- lohn und Zinsen, die durchaus an Thünen gemahnen, und weiter eine ganz ausgezeichnete Gewinn- und Kostenanalyse. Wenn Schmalz dabei darauf hinweist, daß beim Gewinn des Fabrikanten jener Teil abgesondert werden müsse, der auf Grund inzwischen erfolgter Preissteigerung am Material erzielt worden sei, so stoßen wir auf ein in der neuen Zeit erst wieder akut gewordenes Bewertungsproblem, sowie auf die ebenfalls erst wieder neu zu entdecken gewesene Frage der Absonderung des Konjunkturgewinnes am Material in der Erfolgsrechnung, Diejenigen modernen Betriebswirt- schafter, die so stolz auf die Entdeckung dieser Abson- derungsnotwendigkeit sind, mögen ihm ihre Reverenz er- weisen. Und schließlich für die Betriebswirtschafter noch ein Besonderes, ; Die Erscheinung des eisernen Bestandes, die seit der Inflationszeit die Betriebswirtschaftslehre so eingehend be- 1C