men. Daraus erklärt sich auch die relative Dürftigkeit des- sen, was vielfach hinter den Einteilungen steht. Man wird gar oft den Eindruck nicht los, daß „das Portemonnaie ihnen wichtiger war als das Geld“. Dieses übertriebene Streben nach Systematik scheint nun seinerseits wiederum in einer nicht genügenden wissen- schaftlichen Selbständigkeit begründet zu sein, was mit einer allgemeinen Ueberschätzung der Bedeutung der Philosophie für die Einzelwissenschaften. in jener Zeit zusammenhängen dürfte. Der Gedanke, daß alle Systeme der Einzeldisziplinen streng in einem philosophischen System begründet sein müßten und daß dieses philosophische System selbst wieder in einem oberen Satze gipfeln müsse, dieser systematische Schematismus spukte in vielen Köpfen der Kameralisten; Er verführte dazu, dem System überhaupt eine zu große Bedeutung beizumessen und gab den Systemen selbst eine außerordentliche Unbeweglichkeit und Starrheit. Lehrhafte Beispiele bieten hier Klipstein und Seutter. Klipstein wollte ein ökonomisches System genau nach den Kantschen Kategorien aufbauen; und von Seutter ist uns die bewegte Klage überliefert, daß er seinen Stand- punkt zu tief in der Sphäre der höheren Philosophie ge- nommen habe, während er doch nur an der Grenze der- selben gefaßt werden dürfe, und daß dies seinen Versuch, zu einer reinen Wirtschaftslehre zu kommen, vereitelt habe. Die Gefahr dieser deduktiven Systemerrichtung mußte sich aber am stärksten bei der Aufrichtung eines General- systems für alle Privatökonomien zeigen, zu dem ja der Ka- meralismus bei der bestehenden Personalunion notwendiger- weise hingedrängt wurde. Diese a priori aufgestellten Ka- tegorien mußten dazu führen, daß die vielfach ungenügend beobachtete Wirklichkeit ‚wie in dem Bett des Prokrustes vergewaltigt wurde. Es gibt keinen besseren Beweis dafür als das System Baumstarcks mit seinen 5 Gliederungsgruppen für alle 21