DR m einander beschränken, weil mir dies als das Näherliegende und vorerst Wichtigere erscheint. Diese Beziehungen möchte ich durch den Begriff „V er- gleichende Betriebswirtschaftslehre“ gekenn- zeichnet wissen. Die Aufgabe dieser Lehre sehe ich in Folgendem: ' Sie hat als Erstes und Wichtigstes und im starken Gegensatz zu den Kameralisten die besondere We- sensart jeder Betriebswirtschaft herauszuarbeiten. Nicht was alle Wirtschaftsarten eint, son- dern was sie voneinander unterscheidet, gilt es zuerst zu erkennen. Ist dies festgestellt, dann erst ist es möglich, diejenigen Einzelfragen, die bei allen Betriebswirtschaften gleich oder doch ähnlich liegen, zu ermitteln und in Vergleich zu stellen, um auf diese Weise zu einer gegenseitigen Befruchtung zu gelangen. Gleichzeitig wird damit auch die besondere Stel- lung jeder Art von Betriebswirtschaft zu der Gesamtwirt- schaft geklärt. Aus der Unzahl möglicher Beispiele seien zur Erläu- terung nur einige wenige repräsentative für allgemeine und Einzelprobleme genannt: In der landwirtschaftlichen Betriebslehre findet man das Muster einer Betrachtungsweise, die man als die biologische bezeichnen kann. Die landwirtschaftlichen Betriebe stellen sich als Boden- und Produktionsmittel-Gemeinschaften dar, bei denen jede Maßnahme an einer Stelle eine Fülle von Folgerungen an verschiedenen anderen Stellen nach sich zieht. Die Folge davon ist, daß im landwirtschaftlichen Betriebe niemals stur gradlinig, sondern immer um die Ecke herum gedacht werden muß, eben weil die Wirkung jeder Maßnahme nach allen Seiten bis zum Ausgangspunkt zurück zu erwägen ist. Dies ist aber gerade jene Denkungsart, die grundsätz- lich die ganze Oekonomie beherrscht. Keine ökonomische Erscheinung steht für sich allein, sondern sie wirkt nach