Das verschmolzene Eisen wird, sofern es für die Weiter- verarbeitung in Gießereien bestimmt ist, in Formen gegossen und gelangt in erstarrtem Zustande zum Versand. Die weit überwiegende Menge desjenigen Eisens. welches die Hochöfen liefern, wird aber in flüssigem Zustande den Stahlwerken zur Weiterverarbeitung zugeführt. Im Stammbaum ist diejenige Verteilung der Roheisen- mengen, die in der eben erwähnten Art stattfindet, durch die verschiedene Größe der Würfel dargestellt. Es ist leicht erkennbar, daß in Deutschland die weitaus größte Menge des Roheisens zu Thomasstahlwerken geht, um hier in Thomasstahl umgewandelt zu werden. Man bezeichnet als Thomasstahlprozeß ein Verfahren, in dessen Verlauf Roheisen dadurch in schmiedbares Eisen oder Stahl umgewandelt wird, daß durch das flüssige Roh- eisen hindurch Luft geblasen wird. Dieser Vorgang voll- zieht sich in sogenannten Birnen oder Convertoren, deren Boden mit vielen feinen Öffnungen versehen ist, durch welche die auf etwa 2% Atmosphären komprimierte Luft in kräftigen Strahlen durch das flüssige Eisen hindurchgeblasen wird. Die normale Größe oder das Fassungsvermögen eines derartigen Convertors beläuft sich heute in Deutschland auf etwa 30 Tonnen, und diese große Menge flüssigen Eisens wird in der außerordentlich kurzen Zeit von etwa 15 Minuten auf dem Wege dieses wahrhaft gewaltig erscheinenden Arbeitsverfahrens in flüssigen Stahl umgewandelt. Die Größe der hierbei in Wirkung tretenden Kräfte und Reaktionen mag aus der Angabe einigermaßen erkennbar werden, daß die hierfür erforderlichen Ge- bläsemaschinen eine Stärke von etwa 2500 Pferden haben müssen, um die notwendigen Windmengen liefern zu können. Jedes moderne derartige Stahlwerk besitzt im allgemeinen 29