() Es ist in diesem Etat auch kein Raum für die allmählich brennend gewordene Be so ld un g s r ef o rm. Wir begrüßen den Standpunkt des Herrn Reichsfinanzministers, daß das System der einmaligen Beihilfen und Gratifikationen verfehlt ist. Wir halten es sogar für unwürdig und meinen infolgedessen, daß mit ihm unter allen Umständen gebrochen werden muß. Vom staatspolitischen Gesichtspunkt aus kann die Besoldungsreform nicht mehr lange hinausgeschoben werden. Es steht allerdingg dahin, mit welchen Mitteln sie durchgeführt werden soll. Wie soll beispielsweise die von dem Reichsfinanzminister Reinhold in direkte Aussicht gestellte vierteljährliche Gehaltszahlung finanziert werden, wenn zu ihrer Durchführung ein einmaliger Betrag von 60 Millionen erforderlich ist? Wenn wir also die Besoldungsreform in nahe Aussicht nehmen, dann bin ich allerdings der Meinung, daß dabei die mittleren und unteren Beamten die Vorherr sch a f t haben müssen, wenn auch darauf hingewiesen werden darf, daß das geringe, zweifellos gänzlich unzureichende Gehalt in den unteren und mittleren Kategorien jedenfalls in den Betriebsverwaltungen, auch in den Kommunen vielfach durch Höherstufungen einigermaßen ausgeglichen worden ist. Dieser Gesichtspunkt trifft für viele andere Verwaltungen, Justizverwaltung, innere Verwaltung und andere, aber nicht zu. So sehr ich das Anrecht der unteren und mittleren Beamten in den Vordergrund gestellt habe, bin ich doch der Meinung, daß Wert darauf gelegt werden muß, daß bei einer zukünftigen Bessoldungsreform die höhere Beamtenschaft vor der Proletarisierung zu bewahren ist. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, daß diejenigen Beamtengruppen eine gehobene Lebenshaltung haben müssen, von denen man besondere Leistungen und leitende Gedanken verlangt. Gerade die höheren Beamten sind bei der letzten Besoldungsreform bekanntlich vielfach nur mit etwa 70 Prozent der früheren Nominalgehälter davongekommen. Wann eine solche Reform eintreten kann, muß nach Lage der Finanzen, die wir hier dargestellt bekommen haben, leider dahingestellt bleiben. Eine Bindung können wir nicht eingehen. Jch kann nur erklären: die Regelung, die wir für erforderlich halten, hängt von der Wirtschafts- und Finanzlage ab. Man denke übrigens nur daran, daß der Reichsfinanzminister Re i n - h o l d bekanntlich auch für eine Erhöhung der Mieten ! tr§: fly vob jut Vr pet hell tab tu chu .e des Wohnungsgeldzuschusses in diesem Etat vorhanden ist. (Hört! Hört! rechts. – Zuruf bei den Deutschen Demokraten: Wo ist Reinhold für die Erhöhung der Mieten eingetreten? Er hat nur gesagt, die Pläne beständen beim zuständigen Ressort!) ~ Er hat sie aber sehr sympathisch begrüßt. (Erneuter Zuruf bei den Deutschen Demokraten.) ~- Ich habe nicht alles bei mir; einen