[7 weil anerkanntermaßen bei den Steuerver- waltungen der Städte weithin ein zureich endes Verständ nis für die Lage der gewerblichen Unternehmungen fehlt. Eine solche Regelung und Beaufsichtigung der Steuererhe bung der Länder und Gemeinden nach einheitlichen Gesichts- punkten würde übrigens auch die geradezu wilde Vielgestaltig- keit in den Gewerbe- und Realftenern der Länder endgültig ver- schwinden lassen, und es würde so ein ü berflüssiger Ver- waltungslu x us beseitigt, eine unwirtsschaftliche und unzwec mäßige Doppelarbeit würde beseitigt. (Sehr richtig! links.) Vor allen Dingen würde dadurch erreicht, daß der mit vielen Risiken kämpfende Gewerbetreibende und Kauf mann, auch der Landwirt endlich von der Gefaghr einer völlig ungerechten Sonderbesteuerung be- freit wird. (Zuruf links.) Es würde uns außerordentlich freuen, wenn der Herr Reichsfinanzminister bereit wäre, hinsichtlich dieser Zielpunkte und der Zeit, wo dieses Reichsrahmengesset Wirklichkeit iverden soll, noch einige genauere Mitteilungen zu machen. Ich erkläre übrigens ausdrücklich, daß die Ausführungen, die ich eben hinsichtlich der Realsteuern gemacht habe, sich nicht nur auf die Gewer best euer beziehen, sie beziehen sich genau so auf die Grundsteuer. Daß die Grund vermögen - st eu e r in Preußen z. B. mit den Gemeindezuschlägen so ungefähr die ungerechteste und unsozial ste Steuer ist, die im gegenwärtigen Steuersystem vorkommt, ist allgemeine Ueber- zeugung. Ursprünglich war diese Grundsteuer als eine Ergänzung zur Einkommensteuer gedacht; sie hat sich aber allmählich zu einer schweren Last entwickelt, die aufgelegt wird, ohne daß dabei die individuelle wirtschaftliche Lage des Betriebes, zu dem das Grund- stück gehört, überhaupt gewürdigt wird. (Sehr wahr! bei den Deutschnationalen.) Es hat unsere Genugtuung hervorgerufen, daß der neue Herr Reichsfinanzminister bezüglich anderer Steuer- wünsche, die von unserer Seite früher schon geäußert worden sind, ein sympathisches Interesse gezeigt hat. Er hat darauf hingewiesen, daß nach seiner Ansicht auch auf dem Gebiete der direkten Be- steuerung noch allerhand Entlastungen möglich und notwendig seien. Ich darf, um eine Einzelheit zu erwähnen, mir erlauben, darauf hinzuweijen, daß wir ein besonderes Interesse an der Auseinander- ziehung oder, anders gesagt, der Veredelung der Tarife bei der Einkommen steuer haben, + ein. Gesichtspunkt, auf den wir schon wiederholt aufmerksam gemacht haben. Ein Wort noch zu den Aufwertungsfragen, die der Herr Reichsfinanzminister auch gestreit hat! Wir schließen uns seiner Auffassung an, daß eine grundsägliche A end erung der gegenwärtigen Aufwertungsgesete aus-