3 auch eine baldige beträchtliche Besserung der sehr un— günstigen Beschäftigungslage in den Steinbruch⸗ betrieben, vor allein im Rheinland und in Schlesien. Meliorationen Zur Förderung landwirtschaftlicher Bodenverbesse— Aungen hat das Reich bekanntlich im Jahre 1921die Deutsche Bodenkultur A. G. gegtundet, die in engster Zusammenarbeit mit den Ländern, den Organisationen der Landwirtschaft und den Gewerkschaften Darlehen an öffenlich-rechtliche Bodenverbesseruugsgenossenschaf⸗ ten gewährte, soweit deren Unternehmungen auch der Entlastung des Arbeitsmarktes diekten Die hierzu benötigten Mittel wurden der Gesellschaft zu je einem Drittel vom Reich (aus den Reichsmitteln der pro⸗ duktiven Erwerbslosenfürsorge), von der Renlenbau und ihrer Rechtsnachfolgerin, der Reutenbanttedit anstalt, und von den Ländern zur Verfügung gestellt NRach Erschöpfung dieser Fonds sind durch das Gesetz über die Gewährung von Darlehen zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung vom 22. Fun 186 neue Mittel für die Gesellschaft flüssig gemacht worden, ndem ihr aus den UÜberschüssen der Reichsgetreide elle 35 Millivnen A zur Verflgung gestellt wurden Dadurch ist die Gesellschaft in den Stand geseht wor den, ihre Arbeiten auch im laufenden Jahre fortu- etzen. Mit Hilfe der Darlehen, welche die Gesellschaft im Einvernehmen mit den beteiligten Laͤndern au Boden verbesserungsgenossenschaften gegeben hat, ist bisher nsgesamt die Melioxation von rund 200 000 ba möglicht worden; dabei wurden etwa 7000000 beitertagewerke geleistet. Daneben sind auch aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge im Wege der öffentlichen Notstandsarbeit zahlreiche Melioratton unternehmungen gefördert, worden; z. B. hat die Reichsarbeitsverwaltung, die nach den gesehßlichen Vor schriften nur über die Förderung von Notstands⸗ arbeiten größeren Umfanges entscheidet, in diesem Ahre Zuschüsse und Darlehen im Gesamtbetrage von über 40 Millionen fuür Melioratiomumen rehmungen bewilligt. Siedlung In das Gebiet der Arbeitsbeschaffung gehbrt auch die landwirtschaftliche Siedlung. Wenn die Reichsregie ung ihre Beschlüsse uber die Forderung der Siedlung auch unabhäugig von der Aufstellung des Arbeits eschaffungsprogramms gefaßt hat, so ist doch die andwirtschaftliche Siedlung — auf lange Sicht ge— sehen — flir das Problem der Arbeitsbeschaffung von gzeradezu ausschlaggebender Bedeutung. Viele Um— tände sprechen dafürt, daß die grundlegenden Verände— rungen der weltwirtschaftlichen Verhaͤltnisse, die eine Folge des Krieges sind, eine berufliche Umstellung der Bevölkerung Deutschlands in großem Umfange not— wendig machen werden, vor allem in der Richtung, daß ein sehr viel größerer Teil des deutschen Volkes als hisher seinem Erwerb in der Hauptsache in landwirt⸗ schaftlicher Tätigkeit findet. Diese Entwicklung er— scheint außerdem sowohl aus innerpolitischen wie aus zrationalen Gründen exwünscht; eine besonders drin— gende Notwendigkeit ist eine dichtere Besiedlung der Ann bevölkerten Ostgebiete. Voraussetzung füh eine — — 7 —7— 32 oAlche Umschichtung der Bevölkerung ist aber die An— zung geeigneter Siedler auf eigenem Grund und Boden. Wenn es gelingt, dieses Ziel zu exreichen, wird s im Laufe der Zeit möglich sein, den Uberschuß der andwirtschaftlichen Bevblkerung, der leide auch jetzt mmer noch nach den Großstädten drängt, meht und nehr auf dem Lande festzuhalten und damit ur E saltung und Stärkung eines wirtschaftlich gesunden ind kaufkräftigen Bauernstandes beizutragen, in dem nuch die deutsche Industrie ein weites Absatzfeld finden vird. In Erkenntnis dieser Zusammenhänge hat die Keichsregierung beschlossen, fur die Siedlung in den Atgebtekten im, laufenden Jahre zunachst 30 Rillio— en NA bereitzustellen. Daneben ftehen für Sied— ingszwecke noch 15 Millionen N. aus den Übei— chüssen der Reichsgetreidestelle zur Verfügung, diese Nittel sind vor allem für die Besiedlung verbesserten der noch zu verbessernden Bodens bestimmt, um dazu inzuregen, durch Schaffung neuer und Vergrößerung u kleiner Betriebe ertragloses oder ertragarmes Land n Kultur zu bringen und es in Kulin zu erhalken. Zum Arbeitsbeschaffungsprogramm gehören endlich uch die Maßnahmen zur Förderung der deutschen lusfuhr, welche die Reichsregierung bereits früher be— chlossen hatte (ogl. S. 2der Denkschrift), nämlich ie Ausfallgarautie fuͤr die Russengeschäfte und die kWortkreditversicherung. Diese beiden Einrichtungen aben sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens bekteinse in rfreulicher Weise entwickelt. Die Förderung des dussengeschäfts exfolgt gemäß den Beschlüssen des aushaltsausschusses des Reichßtags vom 35. Februar 926 in der Form, daß das Reich und die Laͤnder bet wwissen langfristigen (zwei⸗ und vierjährigen) Liefe— ungsgeschäften nach der Unson der sogialistischen owjet Republiken eine Ausfallbürgschaft in Hohe von O v. H. des Kaufpreises übernehmen“ Diese Ausfall ürgschaft ermöglicht den Abschluß von Lieferungsber rägen bis zum Gesamtwert von etwa 300 Rillio— ien N, das Reich selbst kann nach den genaunten Beschlüssen eine Bürgschaft bis zum Höchstbetrage von 95 Millionen NR. übernehmen. Bie Finangierumg er Lieferungen erfolgt in der Hauptsache durch die eutschen Banken, zu einem geringen Teil durch die Industrie selbst. Die Schwierigkeiten, die vorüber— ehend dieser Finanzierung im Wege standen, sind un nittelbar nach Annaͤhme der Entschließung des Reichs— ages vom 28. Juni 1926 durch eine Einigung zwischen sndustrie und Banken behoben worden. Die Beschaf ung der nötigen Kredite ist jetzt bis zur vollen Höhe esichert. Im Rahmen dieser Kreditaktion sind bisher mit der ʒandelsvertretung der Union der sozialistischen So ojet Republiken Verträge im Gesamtbekrage von etwa 60 Millionen .A. abgeschlossen worden. Die Aus allbürgschaft hat der interministerielle Ausschuß, der ür diese Entscheidungen gebildet worden ist, bisher für herträge im Gesamtbelkrage von rund 180 Mil ionen übernommen. Die Lieserungen verteilen sich auf ie verschiedensten Industrien; besonders ftark beteilig ind die Werkzeugmaschinenindustrie, die Industrie der Zergwerks⸗, Hütken- und Walzwerkbanlagen, nicht un rheblich auch die Landmaschinen industrie und die Fahr Exportförderung