e Handels- bilanz ‚ußenhan- elspolitik terreichs ıteil am elthandel Statistischen Erfassung ein, die eine Minderung der auf letzterem Wege gewonnenen Ergebnisse um Jurchschnittlich 10% zur Folge hatte. Wenn daher von einem fortschreitenden Wachsen der öster- reichischen Ausfuhr, von Ende 1922 bis Ende 1925 gesprochen wurde, so ist diese Behauptung berechtigt, wenn auch die mitgeteilten Ziffern für das Jahr 1925 auf einen geringfügigen Rückgang schließen lassen würden. Ein wirklicher Rückgang in ziemlich bedeutendem Ausmaße ist im Jahre 1926 eingetreten. Allerdings 1äßt sich genau feststellen, durch welche Umstände, die einzig in den Wirtschaftsverhältnissen bestimmter Auslandsstaaten zu suchen sind. Den Ausfall wettzumachen, st das natürliche Bestreben der Österreichischen Außenhandelspolitik, das sie einerseits durch Ver- )osserung bestehender Handelsverträge und anderseits durch Anbahnung neuer Vereinbarungen mit \uslandsstaaten zu verwirklichen sucht. Angesichts der wirtschaftlichen Struktur Österreichs kann es für absehbare Zeit nicht das Ziel ler Handelspolitik sein, die Außenhandelsbilanz aktiv zu gestalten. Aus vielen Gründen wird Öster- reich mit einer großen Einfuhr zu rechnen haben. Erstens ist die Österreichische Industrie selbst auf den Import vieler Rohwaren und Halbfabrikate angewiesen, und dieser Import wird sich eher steigern, je mehr die österreichische Ausfuhr an Ausdehnung gewinnt. In zweiter Linie ist die öster- reichische Handelsbilanz sehr erheblich von der Einwohnerzahl Wiens beeinflußt und die stark lifferenzierten Bedürfnisse einer Zweimillionenstadt in einem Lande, dessen Gesamtbevölkerung ingefähr 6% Millionen beträgt, bedingen ebenfalls ein verhältnismäßig hohes Importerfordernis. Schließlich muß noch erwähnt werden, daß Österreich gegenwärtig und vielleicht auf geraume Zeit Nnaus in sehr hohem Maße fremdes Kapital anziehen muß, das seinen Weg in das Land letzten indes nur in Gestalt von Importwaren nehmen kann. In Österreich erblickt man also das Heil der Wirtschaft nicht so sehr in einer Einschränkung les Importes, als vielmehr in möglichstem Ausbau des Exportes, und diese Tatsache unterscheidet. die österreichische Handelspolitik sehr wesentlich von der anderer mitteleuropäischer Staaten, die durch die offen bekundete Tendenz zu einer Einschränkung der Einfuhr bei gleichzeitiger Erhöhung der Ausfuhr leicht einen egoistischen oder, wenn man will, merkantilistischen Zug bekommt. Es handelt sich aber hier nicht um die zustimmende oder ablehnende Auffassung, die man sich im Auslande über die Außenhandelspolitik der mitteleuropäischen Staaten bilden mag, eine Auffassung, 2ach der ein Land, das die Macht hat, seinen Willen in wirtschaftlicher Hinsicht bei anderen Staaten Jlurchzusetzen, in der Regel wenig fragt. Durch die Erwähnung des Umstandes, daß Österreich ausländische Exporte nicht einzuschränken sucht, soll der Leser dieses Buches jedoch auf einen weiteren praktischen Vorteil hingewiesen werden, den er aus dem angeschlossenen Adressen- verzeichnis exportierender Firmen ziehen kann. Es ist bereits hervorgehoben worden, daß die Österreichische Industrie nebst den meisten in der Erzeugung benötigten Rohmaterialien auch eine zroße Zahl Halbfabrikate einzuführen genötigt ist. Ein ausländischer Industrieller oder Kaufmann, ler das Adressenverzeichnis eingehend studiert, wird daher durch die Tatsache, daß fast iede jsterreichische Exportindustrie auch gleichzeitig importiert, mannigfache Anregungen nicht nur n Hinblick auf seinen allfälligen Bezug von Waren, sondern auch hinsichtlich seines Waren- ıbsatzes gewinnen. Man ist häüfig geneigt, die Bedeutung, die Österreich durch seine Ein- und Ausfuhr für den Welthandel besitzt, zu unterschätzen, weil man ein räumlich beschränktes Wirtschaftsgebiet vor Augen hat, dessen Außenhandelsziffern, verglichen mit denen von Großstaaten, nicht eindrucksvoll sein können. Eine andere Vorstellung von der Rolle, die Österreich im internationalen Handel spielt, wird man jedoch gewinnen, wenn man die perzentuellen Anteile der einzelnen europäischen Staaten am Gesamtwelthandel miteinander vergleicht. Eine Tabelle dieser Art hat der Völkerbund für das Jahr 1924 veröffentlicht, und ihr sind die nachstehend angegebenen Quoten entnommen, Jenen hier zur Veranschaulichung der relativen Bedeutung des Prozentsatzes noch die Bevölkerungs- ziffern der in Betracht kommenden Staaten beigegeben sind. Staaten Deutsches Reich. ... Belgien und Luxemburg‘ Frankreich . . ... HE äroßbritannien und Irland tallen 1 Niederlande :.. Rußland en er EN SCHWEIZ Jugoslawien 4.5... 2.7.1, Österreich .. Polen. Rumänien. ; 2 Tschechoslowakei JRgarn +4, Anteil der Staaten am Gesamtumsatz 719 781 3:22 7°52 783 3:07 GA “ )'44 1:47 02 )72 1:87 150 Bevölkerung 63.118.782 7,800.000 39.500.000 45.678.000 38,900.000 6,977.000 135,060.000 3,880.000 12.200.000 6.535.000 27,400.000 16,262 000 13.700.000 7.946.000