15 — das unmittelbar Notwendige hinaus erzeugt, ist immer größer geworden, und immer größer wurde also auch der Reichtum der Besitzenden und immer schroffer wurde der Klassengegensatz zu den Besitzlosen. In gleichem Maße wuchs also auch der Klassenka mpf, der Kampf, den die Klassen um den Besitz der Produkte und der Produk— tionsmittel führen, und so wurde er zux allgemeinen Form des Kampfes ums Dasein der Menschen in der Gesellschaft. Die Arbeitsverhältnisse sind Eigentumsverhältnisse, und Eigentumsverhältnisse sind Verhältnisse der miteinander kampfenden Klassen; und alle zusammen beruhen sie auf der Entwicklung der Arbeit, gehen sie hervor aus dem Ar— beitsprozeß, aus der Technik Aber die Technik steht nicht still. Sie ist in einer rascheren oder langsameren Entwicklung und Bewegung be— griffen, die Produktivkräfte wachsen, die Produktionsweise aͤndert sich. Und wenn die Produktionsweise sich ändert, müssen sich notwendig auch die Verhältnisse ändern, worin die Meuschen im Arbeitsprozeß zueinander stehen. Das Verhaltnis der früheren kleinen Meister zueinander und zu ihren Gesellen ist ein ganz anderes, als jetzt das Verhältnis der großen Unternehmer zueinander und zu dem Lohn— proletariat. Die maschinenmäßige Produktion hat eine Aenderung der alten Verhältnisse bewirkt. Und da in einer Klassengesellschaft Produktionsverhältnisse zugleich Eigen— tumsverhältnisse sind, werden mit den ersten auch die zwei— ten umgewälzt. Und da die Auschauungen, Vorstellungen, Ideen usw sich bilden innerhalb der Verhältnisse und nach den Verhältnissen, worin die Menschen leben, ändert sich ihr Bewußtsein auch, wenn die Arbeit, die Produktion und das Eigentum sich ändern. Arbeit und Denken sind in fortwährender Aenderung und Entwicklung begriffen. Der Mensch verändert, indem er durch seine Arbeit die Natur verändert, zugleich seine eigne Natur“ Die Produktionsweise des materiellen Le— bens bedingt das ganze gesellschaftliche Leben. „Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“ Aber auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung ge— raten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktions und Eigentumsverhältnissen Innerhalb der alten Verhältnisse können sich die neuen Produktivkräfte nicht entwickeln, sich nicht ausleben. Dann erhebt sich ein Kampf zwischen de