30 — Zweite Einwendung. Aber es besteht, sagen unsere Gegner, ein allgemeiner, allen Menschen eigener Drang nach Erkenntnis! Der Drang nach einer bestimmten Erkenntnis möge zeitlich sein, der allgemeine Drang ist ewig Keineswegs Es gibt Völker, die gar keinen Drang nach Erkenntuis haben, die durchaus zufrieden sind mit r wengen, das ihre Vorfahren an Wissenschaft hinter⸗ ießen In einer reichen tropischen Gegend, wo die Natur den Einwohnern alles gibt, was sie brauchen, sind sie zufrieden, wenn sie Sagopalmen pflanzen können, den Bau einer Laubhutte und noch einige uralte überlieferte Beschäftigun⸗ gen verstehen In Ländern mit fruchtbarem Boden und einer Bauernwirtschaft können die Einwohner Jahr⸗ hunderte hindurch in den gleichen Verhältnissen bleiben Neue Kenntnisse suchen sie nicht, da die Produktionsverhält⸗ nisse sie nicht erfordern. Ein einleuchtendes Beispiel, das wir noch zu erwähnen vergaßen, bilden auch die Volker, die an großen, regelmäßig dus retenden Flüssen Ackerbau trieben, dadurch eine Zeit⸗ rechnung brauchten und deshalb die Himmelskörper zu studieren genötigt waren Es baten die Einwohner von Aegypten, Mesopotamien und Chia, die durch den Nil, den Euphrat und den Hoang⸗ Ho r Aftronomie kamen. Andere Völker, die die Not⸗ Hendigkeit dieser Kenntnis nicht empfanden, kamen nicht dazu. Es sind also die Produktionsverhältnisse, die zur Kennt⸗ ais draͤngen und die Menge und Art der Kenntnis be⸗ stimmen. Um diese Wahrheit zu sehen, beachte der Arbeiter wieder einmal genau seine Umgebung Welche Arbeiter sind rührig, wißbegierig, des Dranges voll nach gesellschaft⸗ cher Entwicklungs Diejenigen Arbeiter, die durch den Produfttionsprozeß die Rolle des Proletariats verstehen lernen, das heißt die Arbeiter in der Stadt und n der Großindustrie. Die Technik, die Maschine selbst sagt ihnen, daß eine sozialistsche Gesellschaft möglich sei; der ode Produktionsprozeß vor ihren Augen lehrt sie, daß die len Produktionsberhältnisse für die Kräfte der Ma— schine zu eug sind, Neue Verhältnisse müssen kommen; als Gleichberechtigte sollt ihr selbst die Produktionsmittel be— sihen das ist die Sprache, die die moderne Stadt ihnen mruft. Und durch diese Sprache des Produktionsprozesses