34 — Technik; sie sinnen auf eine Verbesserung, die die gesell— schaftliche Produktion noch verbessern könnte. Ihr nach dieser Richtung hin gerichtetes gesellschaftliches Denken wird auf die Kraft des zusammengepreßten Wasserdampfes auf⸗ merksam Sie denken sich auf der Basis alter, von Menschen, Tieren, Wasser oder Wind bewegter Werkzeuge einen neuen Apparaͤt aus Ihr soziales Empfinden ist so groß, ihre Freude und ihr Verlangen, so etwas zu produzieren, ist so slark, daß sie Zeit Gesundheit, Vermögen opfern, um es zu bervollkommnen und einzuführen. Das allgemeine Bedürfnis besteht jedoch noch nicht, die ser Fortschritt der Technik ist zu groß, die Koften sind vielleicht zu hoch. Die Erfindung wird nicht eingeführt, die Versuche müssen eingestellt werden und ge— raten in Vergessenheit. Der Erfinder stirbt oft als ein zu— grunde gerichteter Mann. Er hat wohl das soziale Bedürf⸗ nis empfunden, aber die Gesellschaft empfand es noch nicht oder jedenfalls nicht genügend; er kam etwas zu früh. Nehmen wir jehzt einen Erfinder aus unserer eigenen Zeit, einen Edison. Er ist Techniker, sein Leben ist ein PDenken an die Technik. Aber er ist keine frühe Schwalbe, die au das denkt, was noch nicht möglich ist. Die Gesell— schaft, jedenfalls die besitzende, will dasselbe was er will. Flr die Kapitalisten bedeutet verbesserte Technik kolossale Sleigerung des Gewinns. Jede Erfindung, die schnellere und billigere Produktion ermöglicht, wird sofort angenom— men. Das flärkt seine Arbeitskraft und bewirkt, daß er sich selbst seine Probleme stellen kann, daß er nicht mehr vom Zufall, sondern von seinem eigenen Willen abhängig wird. Der Erfindungsdrang eines Edison ist ein sozialer Drang, seine Liebe zur Technik eine in der Gesellschaft und durch ste entstandenẽ, eine gesellschaftliche Liebe; auch die Basis, auf der er arbeitet, ist gesellschaftlich; daß er Erfolg hat und daß er sich bewußt, im voraus, sein Ziel stecken bann, verdankt er dieser Gesellschaft. So kommt es gegenwärtig öfters vor, daß neue Ma— schinen erfunden, diese aber nicht eingeführt werden, weil sie zu teuer sind Fuür die Landwirtschaft zum Beispiel gibt es ausgezeichnete Maschinen, die zum großen Teil noch gar nicht oder nur spärlich augewandt werden. Die Pro— duktionsverhältnisse sind noch zu beschränkt für diese neuen Kräfte. Entsteht also eine Erfindung infolge eines vom Individuum empfundenen gesellschaftlichen Bedürfnisses auf der Grundlage einer schon besteheuden Technik, — so werden doch nur diejenigen Erfindungen angenommen, welche die