46 Auch bei dem Großindustriellen, dem großen Bankier oder Kaufmann, dem Reeder usw, wirken die neuen Pro⸗ duktivkräfte sehr stark auf den Geist ein. Er deukt große Unternehmungen, enormen Gewinn, an Kaͤrtell bildung, ausländische Märkte und Kolonien, au die Schöpfung einer nationalen Flotte und einer mächtigen Armee, um seinen Einfluß, seinen Reichtum, seine Naͤcht zu vergrößern. Aber wie sehr sein Denken auch von dem der Kapitalisten und herrschenden Klassen früherer Jahr hunderte im Grad unterschieden sein mag, die Ar! sei— sies Denkens ist die gleiche. Die Köpfe des Mittelstandes denken auch anders als früher. Das Wachsen der Produktivkräfte hat sie nach einer gefährlichen Seite gedräängt, von wo sie ins Prole tariat stürzen könnten. Wie dem zu entkommen, durch Kredit, Staatshilfe, Genossenschaften, darüber denken sie nach — ganz anders als ihre Väter dachten. In diesen Köpfen sieht es jetzt anders aus als zum Beispiel im acht— zehnten Jahrhundert. Dennoch bewegt sich dieses Denken in der alten Richtung: Gewinn, Gewinn, Privatgewinn! Der Geist des nichtsozialistischen Arbeiters ist auch mit Inderem Inhalt gefüllt als der seines Kollegen zum Be— spiel aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts Höherer Lohn, kürzere Arbeitszeit, Staatshilfe, besseres Leben, das summt ihm durch den Kopf; das geht wie in einem Bienenostck, wie ein Mühlrad in diesen christlichen, nichtsoziglistischen Organisationen. Es sumt und brummt, und es klingt immer dasselbe Wort: Organisation, besse ces Leben. Aber auch diese Menschen gehen noch die alten Wege: sie wünschen größeren Vorteil vom Kapital, vom Privatbesiz — auf dem Boden des Pritabesizes In den Sozialisten dagegen, da lebt etwas anderes, da lebt etwas ganz Neues, das in dieser Gestalt nie in der Welt war, Sie wollen, selbst auf dem Boden des Privat— besitzes stehend, die Aufhebung des Privatbesitzes; sie wol— en, selbst im kapitalistischen Staate lebend, den Umsturz des kapitalistischen Staates. Ihre Gedanken, in der Hülle des Kapitalismus geboren und genährt, wollen diese Hülle vegschaffen, ihre Gedanken selIbst wollen au dere Ge— danken werden. Die Arbeiterklasse will den Ursprung ihres eigenen Daseins, das Kapital und den Privatbesiß an den Produktionsmitteln vernichten. Diese Wirkung der Produktivkräfte ist hier ganz anders als bei den ande— ren Klassen, viel größer, viel kiefer, viel radikaler; und des—