—— 8 sert hatte. Ihre Zahl war schon ziemlich groß, aber sie waren in kleinen Betrieben zerstreut, und aus diesem Grunde konnten sie wenig Kraft entfalten. Als sie aber vom Produktionsprozeß gezwungen wur— den in Werkstätten und Fabriken zu Hunderten zusammen— zuarbeiten, begannen sie sich ihrer Kraft bewußt zu wer— den und sich, ebenso wie sie zur Arbeit organisiert waren, zum Kampfe zu organisieren Und dieser aus dem Pro— duktionsprozeß entsprungene Kampf, dieses Hervortreten hat die verschiedenen Klassen der Gesellschaft zum Denken zgebracht und eine Revolution in ihrem Geiste erzeugt. Zuerst natürlich in England und Frankreich, wo der neue Produktionsprozeß zuerst auftrat. An diesen auslän— dischen Beispielen gehen wir hier vorüber; wir wollen nur darauf hinweisen, daß dort, üunter dem Drange der neuen Verhältnisse, der utopische Sozialismus von Saint-Si— mon, Fourier und Robert Owen entstand, und daß Fried— rich Engels durch seine Kenntnisse der englischen Produk— tionsverhältnisse und Karl Marx durch sein Studium der französischen und englischen Politik zu der sozialistischen Theorie, zu ihrem Denken kamen. Aber auch in Deutschland zeigt sich die Wahrheit des⸗ was wir von der Politik sagen. Die Arbeiter waren aus der Revolution von 1848 leer ausgegangen. Das preußische Dreiklassenwahlrecht machte sie politisch einflußlos. Kein Gesetz schützte sie vor den schlimmen Folgen der emporkommenden kapitalistschen Ausbeutung. Aber zu Anfang der sechziger Jahre begannen die Ar— beiter sich zu organisieren. Von der Bourgeiosie zurück— gestoßen, gründeten sie unter der Führung Lassalles den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, der den Kampf für das allgemeine gleiche Wahlrecht zu führen begann. Die herrschende Junkerklasse wurde aufmerksam; die konser— bativen Wortführer redeten über die hohe Mission des Staates, die Bedrückten zu schüten. Die Propaganda des Allgemeinen Deutschen Arbeiter— vereins dehnte sich über das ganze Land aus. Bismarck führte das allgemeine Wahlrecht ein, das er bor dem österreichischen Krieg schon versprochen hatte, zu⸗ erst für den Norddeutschen Bund und dann für das neu— gegründete Deutsche Reich. Bebel, Liebknecht, Schweitzer, immer mehr Wortfüh— rer des Proletariats zogen in den Reichstag ein. Gewerk— schaften wurden gegründet. Die sozialistische Stimmenzahl