70 — ———— haben sise oft mit ihrem Blut, ihrem Leben, ihrem kleinen Besitz, der ihnen durch schwere Steuern gensmmen oder durch den Krieg verwüsstet wurde, die Zeche begahlen muß sen. Aber nichtsdestoweniger folgten sie in ihren Anschau⸗ ungen den herrschenden Klassen und übernahmen die bon hnen gepredigten Losungen, wie Liebe für die Unabhängig— keit des Landes, Liebe für das Vaterland oder das Herrscherhaus, ohne daß sie dem etwas anderes Bestimmte— gegenüberstellen. Wie hat sich das geändert! In allen Ländern wächst nit jedem Tag die Zahl der Arbeiter, die einsehen, daß Kriege gegen zivilisierte und unzuvilifierte Voller bloß um Vorteil der Bourgeoisie geführt werden; daß die Bourgeoisie den Arbeitern die Vaterlandsliebe nur predigt, um sie als willige Kriegswerkzeuge zu haben; daß Zweck ind Resultat aller Kriege eine erhöhle Ausplünderung der Arbeiterklasse oder die Ausdehnung der Ausbeutung auf noch mehr Arbeiter ist; daß ein internationaler Kampf dar Bölker für die Arbester des siegenden wie des bestegten Landes eine Gefahr ist. „Der Krieg“, so denkt der kommunistische Arbeiter, liegt im Intéresse des Bourgeois Die Produktion und das anzulegende Kapital sind so groß gewoͤrden, daß er nach Märkten und Gebieten zur Anlage seines Geldes ucht und durch den Krieg andere verdrängen oder fern⸗ halten will. Aber das kaunn er nur dadurch erzielen, daß er noch höhere Steuern erhebt, mir weniger Lohn zahlt, mich intensiver oder länger arbeiten läßt und mir keine oder schlechte soziale Reformen bringt Für m ch dagegen st es von Interesse, daß ich hohe Lhne, kurze Arbeitszeit, zute soziale Gesehe, weder Lebensmittelzölle noch Ver— brauchssteuern habe. Ich muß also gegen den Krieg sein. Außerdem liegt es in meinem Interesse, daß auch mein damerad jenseits der Grenze dieselben Vorteile genießt, enn in diesem Falle kann der einheimischen Industre ken Schleuderkonkurrenz durch Hungerlöhne gemacht werden; dann wird die Betriebsorganisation dieser ausländischen Arbeiter erstarken, und ich kann nach ihrem Muster meine eigene stark machen und sie sogar zusammen zu einem inter⸗ tationalen Bunde verbinden Und wenn dork die politi⸗ sche Arbeiterpartei mächtig ist, dann ist das ein Mtrieb für uns, auch die unsere stark zu machen, und wir bomen zu ejnem internationalen Zusammenschluß aller politischen Arbeiterparteien mit demselben Ziel und zur gegenseltigen Unterstützung kommen. Wenn äber ein Krieg ausbricht,