72 echateng Abneigung oder Haß gegen das fremde and. Der moderne Kapitalismus ist ausschließlich patrio— tisch aus Gewinnsucht. Er hält Vaterlandsliebe nicht wirklich für eine Tugend, das Vaterland nicht für heilig, denn er nimmt ja den Transvaalern, den Philippinern, den Einwohnern von Englisch und Niederländisch Indien, den Chinesen, den Marokkanern usw. ihr Vaterland. Er führt Polen, Galizier, Kroaten, Chinesen ein, um die Löhne der eigenen Landesgenossen, Kinder desselben Va— terlandes, zu drücken. Er fordert von der unterdrückten Klasse eine Vater— landsliebe, die er selbst nicht empfindet. Die Vaterlands— liebe der Bourgeosie ist Gewinnsucht und Heuchelei. Solch eine Vaterlandsliebe ist dem kommunistischen Proletariat sicher vollkommen fremd. Selbstverständlich will der Arbeiter seine Sprache be— halten, die einzige, womit er Arbeit finden kann. Aber das ist nicht die Vaterlandsliebe, die die Bourgeoisie von ihm oerlangt. Auch der kommunistische Arbeiter liebt die Na— ur, das Klima, die Luft seines Landes, in denen er von Kindheit an aufgewachsen ist. Aber auch das ist nicht die Vaterlandsliebe, die die Bourgeoisie von ihm verlangt. Die Vaterlandsliebe, die die Bourgeoisie dem Arbeiter aufzwingen will, ist diese, daß er sich willig von ihr als Kriegswerkzeug gebrauchen und sich für sie schlachten lasse, wenn sie den eigenen Profit verteidigt oder den Profit an— derer Kapitalisten oder das Eigentum wehrloser Völker zu rauben versucht. Das ist die bürgerliche Vaterlands— liebe, und diese ist den kommunistischen Arbeitern völlig fremd. Im Sinne der Bourgeoisie hat der Arbeiter kein Vaterland. Der Arbeiter fragt bei allen internationalen Ver— wicklungen: was ist das Arbeiterinteresse, und dies, dies allein bestimmt sein Urteil Und da nun das Klasseninteresse der Arbeiter im all— gemeinen die Aufrechterhaltung des Friedens erfordert, zeigt sich die Polstikder kommunistischen Arbeiteralsdas Mittel,alleNatidnenzu erhalten. Denn wenn der Friede fortbesteht und die Arbeiterklasse in allen Ländern ans Ruder kommt, dann gibt es keine Möglichkeit mehr, daß ein Land das andere unterwirft; dann kann nur bon einem allmählichen Ver— schwinden von Grenzen und Differenzen, auf organischem Wege, ohne Gewalt, die Rede sein. Insoweit sichert nur