— — —22 99 diese für ihn. Sch u ß und Ernährung Aller ist Aufgabe der Gemeinschaft, die beste Arbeitsteilung auch, und gleicherweise die beste An passung jedes Individuums an die Außenwelt. Die freie Entwicklung eines jeden ist zur Bedingung geworden der freien Entwicklung Aller Die Uneigennützigkeit, die Liebe zu den Nächsten, die Aufopferung, die Treue und Ehrlichkeit, die Disziplin, die Wahrheitsliebe können sich also nicht mehr außern in einem Kampfe gegen andere, so wie dieser früher war. Sie gußern sich im Wettkampfe, im Wetteifer, um für andere, für alle anderen, für die ganze Gesellschaft, die ganze Menschheit zu arbeiten, mit dem Körper und mit dem Geiste. In der Arbeit für das Gemeinwesen, darin zeigte sich jene Tugend Sie haben also wohl wirklich einen total anderen In— halt und dadutch auch eine total andere Form be— kommen. Denn früher richteten sie sich gegen andere, die Vernichtung anderer war ihr Ziel; jeßit ihr Ziel das Leben und das Wachstum aller anderen Diese Tugenden haben jetzt, wenigstens in ihrer All⸗ gemeinheit, nichts Besonderes mehr, nichts Außerordent— liches. Sie sind selbstredend, weil ihr Gegenteil nicht da ist und weil sie allein in verschiedenem Grad, in berschie— dener Dose vorkommen. Im Grade der Tugend liegt jeßt das außerordentliche. Weil alle für alle arbeiken und die Verhältnisse der Menschen zur Natur, in welcher sie ar⸗ heiten, und zueinander vollkommen klar und durchsichtg sind, sind jene Tugenden die natürlichen Eigenschaften eines jeden Ihr übernatürlicher Schein verschwindet ganz und gar. Die gute Sitte, die gute Ethik ist etwas Gewöhn liches, wie die körperliche Bewegung Aber wie, so wird vielleicht ein Leser fragen, wie znnen sie denn leben und wachsen, wenn der Kampf ver⸗ schwunden ist? Wir sahen ja doch, daß sie aus dem Kampfe, dem sexuellen Kampf, dem Klassenkampf, dem Konkurrenz⸗ kampf, dem nationalen Kampf aufgewachsen sind! Dies scheint in der Tat ein kräftiges Argument zu sein, und es würde den Schein haben können, als ob diefe Tugenden, weil der Kampf nicht mehr da ist, abschwächen oder wenigstens nicht mehr wachsen werden Dies ist aber nur Schein. Venn es bleibt ein Kampf, ein Hampf eines jeden gegen alle, ein Kampf auch ums Dasein, der Kampf nämlich um besser als alle audeten zu sorgen für das Gemeinwesen, die Menschheit, um besser