QUALITÄTSARBEIT UND LOHNWESEN Der Erfolg der eigentlichen Fertigung, der Veredelungs- arbeit, baut sich auf der Leistung der einzelnen Arbeitszelle, des Arbeiters oder der Einzelmaschine, auf, In Geld ausgedrückt: auf dem Verhältnis der tatsächlichen produktiven Leistung zu dem dafür gezahlten Lohnaufwand, Nur diese gegenseitige Beziehung ist ausschlaggebend, nicht die absolute Lohnhöhe, gemessen an Durchschnittstarifen usw. Die große Massen- fertigung muß ihre Lohnsätze auf den Durchschnitt abstellen, der kleine und mittlere Betrieb muß den Vorteil seiner größeren Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit wahrnehmen. Darum ist gerade für diese der Qualitätsarbeiter, der Höchst- leistungen liefert, heranzuziehen und nicht der billigsten Arbeits- kraft unter allen Umständen der Vorzug zu geben. Hohe Löhne bedeuten gerade hier sehr häufig niedrige Produktionskosten, wenn der Arbeitseffekt ihnen entspricht. Der Zeitlohn mag bei besonderen Qualitätsarbeiten fein- mechanischer, kunstgewerblicher oder ähnlicher Art noch seine Berechtigung haben. Aber in der Regel ist der Zeitakkord in seiner heutigen Entwicklung das gegebene Lohnverfahren, Der Zeitakkord, das heißt die Festsetzung aller vorgegebenen Akkorde in Zeiteinheiten -— nicht in festen Geld- beträgen —, zwingt Arbeitnehmer und Betriebsleiter zur exakten Ermittelung der Zeitelemente und damit zur Ausmerzung un- nützer Verlustzeiten, von denen niemand etwas hat, Auch der kleine und mittlere Betrieb kann heute auf Grund der vorliegenden Erfahrungen Zeitstudien zu Akkordfestsetzungen machen, Die ausgezeichneten, in leicht faßlicher Form dar- gestellten Vordrucke und Tabellen des Refa (Reichsausschuß für Arbeitszeitermittelung beim Verein Deutscher Ingenieure, Berlin, Beuth-Verlag), die ständig erweitert und ergänzt werden, sollten in keinem Betrieb fehlen; die überall eingerichteten Aus- bildungskurse müssen dazu führen, daß die hier entwickelten Methoden Gemeingut aller Lohnkalkulatoren werden, Der Er- lolg ist zunächst eine weitgehende „Versachlichung" der Lohnberechnung, das heißt eine Verminderung der subjektiven Streitpunkte und Fehlgriffe, Die wissenschaftliche Zeitstudie mit allen Hilfsmitteln der Psychotechnik usw. ist wohl nur für die große Reihenfertigung durchführbar, Vieles davon ist aber durch eine gute technische Schulung des Facharbeiters von vornherein zu ersetzen. Nirgends ist der gute Qualitätsarbeiter Ö