Belegschait diese Maßnahme rentabel erscheinen läßt, Setzt dann plötzlich die Konjunktur ein, etwa bei der Mode, so ver- fügt der Betrieb über eine Kandidatenliste, nach der er an- fordern kann, Die Eignungsprüfungen können recht beträchtliche Leistungs- steigerungen bedingen; sind doch nach den bisherigen Er- fahrungen 12 bis 14 Prozent Mehrleistung nachweisbar. Die Anlernung auf industriell-pädagogischer Grundlage hat zum Ziel, den Neuling schnell zu Bestleistungen zu er- ziehen und ihm diejenige Arbeitsmethode anzueignen, die auf Grund der Arbeitsstudien und Betriebserfahrungen als Best- methode gilt, Das frühere Verfahren, den Neuling sich selbst zu überlassen oder ihn irgendwo im Betrieb unterzubringen, da- mit er von den alten Kollegen die Griffe absieht oder auch gelegentlich diese und jene Unterweisung erhält, ist recht ver- besserungsbedürftig. Die Anlernstelle soll abseits vom Arbeitssaal eingerichtet werden, damit keinerlei Beeinflussung der Neulinge durch die alten Betriebsangehörigen eintritt. Ein pädagogisch befähigter Anlernmeister nebst geeigneten Vor- arbeitern soll diese Anlernstelle leiten. Eine Ueberführung der Neulinge in den Arbeitssaal ist erst dann zweckmäßig, wenn Arbeitstempo und Geschicklichkeit die erforderliche Höhe erreicht haben und eine ausreichende Uebungsfestigkeit vorliegt, Der Schwerpunkt der psychotechnischen Arbeitsrationali- sierung liegt in der Verbesserung der Geräte, Arbeits- plätze und Arbeitsverfahren, Es ist keineswegs nötig, daß Standardisierung der Fabrik auf einen oder zwei Artikel erforderlich ist, um Verbesserung der Grifftechnik durchzuführen, Gerade die Kunst des Organisators ist es, trotz kleinerer und wechselnder Aufiräge Mehrleistung gegenüber den bisherigen Arbeitsmethoden zu erzielen, ohne daß eine größere Ermüdung des Arbeiters eintritt, Die psychotechnische Arbeitsplatzstudie ist das Grundhilfsmittel für Rationalisierung, Sie muß zunächst unter allen Umständen im Betrieb durchgeführt werden, Ihre Haupt- hilfsmittel sind Betriebsstatistik, Beobachtung, Feststellung der Belastung der einzelnen Arbeitsfunktionen, Zeitmessungen. Mit gutem Nutzen wird man die Studien an eine Ausschußstatistik anschließen. Im Ausschuß erkennt man am besten, welche Mängel den bisherigen Arbeitsverfahren anhaften. Sache der 20