beschaffen. Inzwischen hat sie 6 Millionen Mark Zwischenkredite gegeben. Alles das kommt selbstverständlich in erster Linie den Großgrundbesitzern zugute, da sie es besser verstehen und leichter haben, diese Kredite für sich flüssig zu machen, Sehr bezeichnend für die „Bauernireundlichkeit‘ der kapitalistischen Regierungen sind die im Januar 1928 veröffentlichten preußischen Ausführungsbestimmungen. Selbst die „Deutsche Tageszeitung‘ muß feststellen, daß das Antragsverfahren für einen Meliorationskredit' außerordentlich kompliziert‘ ist, Kredit- und Kreditverbilligungsanträge müssen gesondert gestellt werden und gehen zunächst zum Regierungspräsidenten (Landeskulturamtpräsidenten), Der Regierungspräsident gibt sie weiter, und zwar den Kreditantrag an die zuständige provinzielle Kreditanstalt (Landesbank) und den Kreditverbilligungsantrag an das Landwirtschaftsministerium. Mit dem kleinsten Dränageantrag müssen sich also vier höchste Instanzen abquälen: Preußisches Landwirtschaftsministerium und Ernährungsministerium einerseits wegen der Kreditverbilligungszuschüsse, die Preußische Seehandlung und die Deutsche Rentenbankkreditanstalt wegen der Kreditanträge. Das bedeutet nicht nur, wie die „Deutsche Tageszeitung‘ mit Recht, sagt, Zeitverlust, nutzlose Schreibereien, Vervielfachung von Besprechungen und Verhandlungen — es ist ja möglich, daß die beiden Instanzenzüge widersprechende Beschlüsse lassen — schließlich also Mehrkosten. Das bedeutet praktisch auch die automatische Ausschaltung der kleinen und kleinsten Landwirte, die mit ihren kleinen Anträgen und Wünschen gar nicht bis oben durchdringen. Eigene Meliorationskredite wurden von der Rentenbankkreditanstalt in Höhe von 15 Millionen Mark gegeben und durch die Deutsche Bodenkultur A,-G. weitergeleitet, Am 30. Juni fand eine Tagung des Verbandes Deutscher Landeskulturgenossenschaften statt, auf der die „landwirtschaftlichen Bodenverbesserungen‘, insbesondere die Regelung des Wasserhaushalts, sowie die erforderlichen Folgeeinrichtungen das wichtigste Mittel genannt werden zur Erhaltung und Steigerung der Roherträge. Sie seien zurzeit „die wichtigste Rationalisierungsmaßnahme der landwirtschaftlichen Betriebe‘, Man verlangte Erhöhung der staatlichen Beihilfen, langfristige und mäßig verzinsliche Meliorationskredite und sofort auszahlbare ausreichende Zwischenkredite. c) Die Oraanisation des Absakes Bedeutet die „Umschuldungsaktion‘ des Reiches die Stabilisierung der Diktatur des Bankkapitals über die gesamte Landwirtschait, So bedeutet die durch das ‚„Notprogramm’ eingeleitete „Organi-Sation des Absatzes“ die planmäßige Förderung der kapitalistischen Elemente innerhalb der Land-Wirtschaft, Das Reich hat in seinem Hilfsprogramm zu diesem Zwecke bereitgestellt: