Bauer eventuell anschaffen kann, sind aber nur 256 000 Mark v gesehen. Da der‘ Preis deutschen Saatguts für bedeutend höher ist als der Auslandspreis, sollen Absatzes an .inländischem Saatgut Preisve zuschüsse gegeben werden. Besonders soll du. schüsse der Uebergang vom Getreidebau zur sogenan:. wirtschaft in den Gebirgsgegenden gefördert werden. In ähnlicher Weise will die Regierung für Pferde- und Zuchtviehabsatz sorgen, Es handelt sich hierbei um fast lauter ausgesprochene Liebesgaben für die großagrarischen Pferde-. Bullen- und Saatgutzüchter, Ueber die Ziele der Absatzrationalisierung schreibt der bekannte Professor Beckmann, Bonn, in der landwirtschaftlichen Sonder- nummer des Organs des „Deutschen Industrie- und Handelstages', in der „Deutschen Wirtschaftszeitung": „Eines der wichtigsten Gegenwartsprobleme der deutschen Landwirt- schaft ist seitdem die Organisierung und Rationalisierung des Absatzes geworden. Zwei Tatsachen sind es in der Hauptsache, welche von dem deutschen Landbau die Lösung dieser Probleme verlangen: Einmal ist es die Konkurrenz der agraren Exportstaaten — wie U. S. A., Kanada, Australien, Holland, Dänemark —, die ’es verstanden haben, mit Hilfe neuer Absatzmethoden den deutschen Markt für ihre Erzeugnisse zu er- obern und auf diesem die einheimischen Erzeugnisse zurückzudrängen; zum andern sind es die großen Vorteile, welche die Absatzrationalisierung an sich, auch ohne dieses Konkurrenzmoment, mit sich bringt,” Mit diesen Worten, die der wissenschaftliche Vertreter des Agrarkapitals an die Spitze seiner Ausführungen stellt, wird die kapitalistische Rationalisierung der Landwirtschaft ziemlich klar Sekennzeichnet, Nicht so sehr die Rationalisierung der technischen Methoden als die „Rationalisierung des Absatzes‘ ist den Kapita- listen die Hauptsache. Und diese wiederum ist weniger eine Ratio- nalisierung als vielmehr eine Rationierung des Absatzes, Durch den „Zusammenschluß zu großen Absatzorganisationen” soll der Markt „beeinflußt“ d.h. beherrscht werden, Das Ziel ist, wie derselbe Verfasser sich ausdrückt, die Zusammenfassung des „zer- rissenen Angebots vieler Landwirte‘ zum „geschlossenen Angebot” nach dem Vorbild des kanadischen Weizenpools und der großen Industriesyndikate, Erst in zweiter Linie kommt Beck- mann auf die „Qualitätsverbesserung” zu sprechen, Aber auch da ist es ihm weniger um die Hebung der Qualität zu tun, als um die Einheitlichkeit der Qualität, „In Deutschland‘, so meint er, „ist die Streuung in der Qualität, in der Sorte, in der Rasse in- folge der verschiedenen klimatischen und regionalen Verhältnisse, infolge der verschiedenen Besitzgrößen, vor allem aber auch infolge der verschiedenen Ausbildungen der Landwirte riesengroß.‘ Intolge- dessen müsse sich die deutsche Landwirtschaft bei der Standardi- sierung zunächst „von den natürlichen Produktionsbedingungen befreien und loslösen‘”. In der Tat, diese „Loslösung von den natürlichen Produktions- bedingungen‘ ist eine Vorbedingung für die vollkommene Ein- 3 22 x Da -