des Marktes‘, Die Genossenschaftsverbände erweisen sich auch in dieser . Beziehung nicht als Interessenvertretungen der werktätigen Bauernschaft, sondern der kapitalistischen Agrarunternehmer, Ein wichtiger Faktor für die „Ueberlastung der Märkte‘ ist üb- rigens die Notlage der kleinen und kleinsten Landwirte, Auf dem Viehzentralmarkt in München wie auch auf allen anderen großen Viehmärkten sind es nicht die Schlachttiere erster Klasse, die „überständig‘ bleiben, sondern die zweiter und dritter Klasse, also das Vieh des kleineren und mittleren Bauern, Nicht der kapitalisti- sche Großlandwirt, sondern der selbstarbeitende Kleinlandwirt ist es, der im kapitalistischen Staate durch unzählige Steuer-, Pacht- und Schuldzins-Verpflichtungen sowie Warenschulden gezwungen ist, seine Ueberschüsse gleich nach der Ernte, also zur Zeit des nied- rigsten Preisstandes, oder sein Schlachtvieh noch vor erzielter Schlachtreife auf den Markt zu werfen. Ja, diese Notlage zwingt in vielen Fällen sogar dazu, von den geringen Vorräten mehr zu ver- kaufen, als der Bauer entbehren kann, so daß er im Frühjahr die- selben Produkte, die er im Herbst verkaufte, zu Preisen zurück- kaufen muß, die die Spekulation inzwischen hochgetrieben hat. Steuersenkung, Herabsetzung der Pachtzinsen, wirklich billige und langfristige Staatskredite, Versorgung mit verbilligten Produktions- mitteln, zinslose Beleihung der bäuerlichen Erntevorräte und des Viehstapels könnten hier ein wichtiges Mittel werden, um Ueber- angebote auf dem Markte zu verhindern, Statt dessen führen die großagrarischen Landwirtschaftskammern mit Hilfe der großen Ge- nossenschaftsverbände den „Markenschutz‘ für Qualitätsware und das System der „Qualitätsbezahlung“ ein, d, h, sie steigern die Diffe- renzierung zwischen den Produkten der kapitalschwachen arbeiten- den Landwirte und der kapitalstarken Großlandwirte. Standardisierung ohne Produktionshilie für den kleinen Land- wird bedeutet nur Erhöhung der Profite der Agrarkapitalisten, Kapitalistische Standardisierung bringt auch den konsumierenden Arbeitermassen keinerlei Vorteile, da die Standardware ja eben des- halb eingeführt wird, um höhere Preise zu erzielen, die der Arbeiter nicht bezahlen kann. Markenmilch, Markenbutter, Markenkäse, „Deutsches Frischei” — sie alle sind für den zahlungskräf- tigen Bourgeois bestimmt. Sehr bezeichnend ist der Hinweis der Deutschen Ernährungsausstellung in Berlin; wonach in Däne- mark, dem für die deutschen Agrarkapitalisten vorbildlichen Lande der Standardproduktion, der Margarinekonsum viel höher als in Deutschland ist, obwohl oder eben weil Dänemark der größte Butter- exporteur der Welt ist. Auf Kosten der arbeitenden Massen in Däne- mark wird die dänische Markenbutter ins Ausland exportiert, Die Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände erstreben planmäßig dasselbe System. Die spekulativen Preisschwankungen -— zumindest auf dem Inlandsmarkte — könnten weitgehend ausgeschaltet werden durch Herstellung eines. umfassenden direkten Warenverkehrs zwischen den bäuerlichen Genossenschaften und den pDroletarischen