die Höhe von 474000 Tonnen. Die Schwerindustrie macht große Anstrengungen, die Erzeugung von Thomasmehl im Zusammenhang mit der Kohle- und Eisengewinnung zu steigern, Zwischen den einzelnen Düngerindustrien, die selber in einen scharfen Rationali- sierungs- und Konzentrierungsprozeß verwickelt sind, herrschen augenblicklich scharfe Konkurrenzkämpfe, und zwar um die Her- stellung des sogenannten „Mischdüngers“, Die großen, rationell wirtschaftenden Agrarunternehmer lehnen den „Mischdünger” der Schwerindustrie jedoch ab. Sie unter- scheiden scherzhaft zwischen „Nitrophoskaner und intelligenten Landwirten‘, Einer der fortgeschrittensten großen Agrarunter- nehmer Deutschlands, Schurig-Zeestow, schätzte die Zahl dieser „intelligenten Landwirte” auf kaum 5 Prozent, Nur diese sind über den Nährstoffbedarf ihres Bodens wirklich unterrichtet, Es sind natürlich ausschließlich .kapitalistische Agrarunternehmer! Welchen Vorsprung ihnen das aber gewährt, zeigen die wachsenden Erfolge des Schurigschen Gutes am deutlichsten (vgl, hierzu:. Nieder- schrift der 74, Sitzung über allgemeine Düngerangelegenheiten im preußischen Landwirtschaftsministerium am 10, Februar 1928). Die rationalisierenden Großagrarier erkennen immer besser die große Bedeutung der wissenschaftlichen Bodenunter- suchung als Voraussetzung rationeller‘ Düngung, Bahn brechend in dieser Beziehung ist das Agrikulturchemische Institut der Hochschule Weihen-Stephan in München vorangegangen, Die chemische Untersuchung der Böden wird durch die Gründung von besonderen. Bodenuntersuchungsvereinen- (z. B. der „Mitscherlich-Vereine”, so genannt nach dem Namen des Agrar- wissenschaftlers) und im Zusammenhang mit der Bewegung für die Schaffung von „Versuchsringen‘“ energisch betrieben. Teil- weise besorgen die Landwirtschaftskammern die Bodenunter- suchungen direkt; so hat z. B. in Bayern die Bezirksbauernkammer Wallersdorf als erste, eine wissenschaftliche Bodenuntersuchung in ihrem ganzen Bezirke vorgenommen, Reich und Länder haben für diese Aufgabe Mittel zur Verfügung gestellt, 1927 schrieb das bayrische Landwirtschaftsministerium in einer Anweisung: „Die überwiegende Mehrzahl der Landwirte ist über das Dünge- bedürfnis ihrer Böden sowie deren Kalk- und Säuregehalt nicht unter- richtet, Art und Mengen der zu verabreichenden Düngergaben werden in den allermeisten Fällen gefühlsmäßig in Anlehnung an gewisse Rezepte und Erfahrungen festgelegt. Sehr oft wird deshalb mit einem Nähr- stoff Verschwendung getrieben und ein anderer dafür in zu geringer Menge dem Boden zugeführt, sodaß die Wirtschaftlichkeit der Düngungen nicht gesichert ist.” Neben der Düngung mit Stickstoff, Kali, Phosphorsäure und Kalk werden zurzeit auch Versuche angestellt mit Kohlensäuredüngung und Torfdüngung, * Auch von Versuchen mit Düngungen durch elek- trischen Strom, der in die Erde geleitet wird, ist berichtet worden. Von nicht geringerer Bedeutung als die Düngerlehre ist die in den letzten Jahren stark entwickelte Lehre von der Notwendigkeit der Bodenbakterien für das Wachstum der Pflanzen. Im