engen Zusammenhang damit steht der -Uebergang vom Pflug zur Bodenfräse, d. h. vom Tiefpflügen zum mehr oberflächlichen Ritzen der Erdoberfläche. Bakterienarme Böden werden mit künstlich ge- züchteten Bakterien regelrecht gedüngt. d) Viehzucht In der Viehwirtschaft spielen die modernen Fütterungs- methoden und die Zusammensetzung des Vieh- (utters eine wachsende Rolle. Die Zusammensetzung des Futters ist verschieden, je nachdem man Mastvieh oder Milchvieh heran- zieht, Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß neben den Kohle- hydraten auch Eiweißstoffe, Vitamine und Nährsalze im richtigen Verhältnis gegeben sind. Lebertranmittel werden bei der Aufzucht des Kalbes gereicht, wodurch man Vollmilch spart. Zu- sätze von Jod werden zur Bekämpfung der Unfruchtbarkeit bei hoher Milchleistung gegeben. Auch Beigaben von Kalk, Phosphor- säure und Eisen zur Trockennahrung, Beigaben von vitaminhaltigen Hackfrüchten kommen für eine rationelle Viehzucht in Frage. Auch die Vermehrung der „Kunstweide n‘ im Zusammenhang mit der „Grünlandbewegung” gehört hierher, Welche gewaltige Steigerung der Milchproduktion durch eine wissenschaftlich orien- lierte Fütterungstechnik in Verbindung mit der sogenannten Leistungszucht erreicht werden kann, zeigen die Angaben der Milchkontrollvereine, Angeregt durch das Beispiel Nordamerikas, hat Anfang 1926 die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft die Einführung von „Sonder- leistungsprüfungen” beschlossen, zu welchem Zwecke das ‚Deutsche Rinderleistungsbuch‘ geschaffen wurde. Das „Deutsche Rinderleistungsbuch‘ ist eine vollkommen selbständige Organisation, in deren Vorstand die Tierzuchtinstitute der Universi- täten und Landwirtschaftlichen Hochschulen, ferner das Reich, der Staat Preußen und ‚die Züchtervereinigungen vertreten sind. In dieses Buch werden nur die Tiere aufgenommen, die a} von einer von der D.L.G. anerkannten Züchtervereinigung abstammen, b) eine Mindestleistung aufweisen, die bei Tieren von 5 und mehr Jahren 300 kg Milchfett in 365 Tagen beträgt, Für jüngere Tiere und Höhenschläge vermindert sich die Anforderung. Besondere „Leistungsinspektoren‘” nehmen die Prüfungen vor. In eigenen Ver- suchsstationen wird der Fettgehalt festgestellt, wobei der Besitzer genaue Unterlagen über die Fütterung einreichen muß, Die Organi- sation hat mit ihrer Arbeit am 1, Oktober 1926 begonnen. Im Oktober 1927 waren erst 203 Tiere in das Buch eingetragen, da die Prüfungsergebnisse bewiesen, daß die deutsche Milchproduktion „Sehr in der Erwartung“ zurückblieb.‘ Die einzelnen Spitzen- leistungen freilich übertrafen angeblich „die kühnsten Hoffnungen“ (Dr. Bäßmann von der D. L. G. im Landwirtschafts-Funk). So wurden Ergebnisse festgestellt von 11372 kg Milch mit 454,9 kg Fett, und von 12012 kg Milch mit 424,2 kg Fett pro Jahr.