bäuerlichen Gebieten nach den vorwiegend großagrarischen Gegenden. Für die Großagrarier bedeutet die fabrikmäßige Schweinemast die rationellste Methode der Verwertung ihrer Kartoffeln und teilweise auch ihres Roggens; dies um so mehr, da der Schnapskonsum in Deutschland zurückgegangen ist und der synthetische Motoren- Spiritus unverhältnismäßig billiger herzustellen ist, als der Spiritus aus Kartoffeln. Mit welchen Methoden das Großagrariertum die fabrikmäßige Schweinehaltung auf seinen Gütern einrichtet, zeigt ein Arbeitsvertrag des Rittergutes Wiesa, Kreis Lauban in Schlesien, der vom Liegnitzer „Landboten” veröffentlicht wurde, Auf dem Gute werden jährlich 600 Schweine aufgestellt... Der Vertrag besagt: „F. M. übernimmt die gesamte Wartung, Pflege und Fütterung der auf dem Gute Wiesar, Dominium, befindlichen Schweine. Soweit er mit der Arbeit allein nicht fertig wird, hat er sich die dazu notwendigen Hilfskräfte ‚selbst zu halten. Ich behalte mir jedoch das Recht der Be- stimmung vor, ob und inwieweit mir die Hilfskräfte genehm sind, Irgend welche Ueberstunden gibt es für F, M., nicht, er. hat vielmehr ohne be- sondere Anrechnung so viele Stunden zu arbeiten — wenn notwendig, auch nachts —, als notwendig sind, daß die Schweineställe sich dauernd in tadelloser Verfassung befinden .,. Etwaige dem M, angebotene Trink- gelder hat er anzunehmen, jedoch abzuliefern.” Der Uebergang der agrarkapitalistischen Unternehmer zur tationellen Milchvieh- und Schweinehaltung in großem Maßstabe bedeutet eine vollkommene Umwälzung der bisher ‚traditionellen Arbeitsteilung innerhalb der Landwirtschaft zwischen Groß- und Kleinbetrieben., e) Feldbau Ganz neue Methoden des Getreidebaues, sowie der Bodenbearbeitung und Aussaat werden zurzeit auf verschiedenen Versuchsbetrieben mit ungeahntem Erfolg ausprobiert, Durch besondere Sortenzucht ist es gelungen, auch auf sogenanntem Roggenboden rentable Weizensorten zu erzielen, So erzielte man auf dem Gute Grabow der Majoratsherrschaft Tost auf leichtestem Sandboden bei normaler Düngung Weizenerträge von 12,53 Zentner durchschnittlich pro M ha gegen 11,67 Zentner Roggen durchschnitt- lich. (Auf gutem Lehmboden werden in den besten Jahren 16—17 Zentner Weizen pro % ha erzielt.) Diese Tatsache ist um so bedeutsamer, als die Gründung der deutschen Getreidehandelsgesellschaft im Frühjahr 1926 mit Staatsmitteln von den bürgerlichen Parteien, insbesondere den agrarischen Vertretern, damit begründet wurde, daß eine Um- stellung vom Roggenbau auf Weizenbau im Osten Deutschlands ent- weder gar nicht oder nur in ganz geringem Umfange nötig sei. Die Kommunisten haben damals als einzige Partei auf Grund der For- schungsergebnisse der staatlichen Versuchsanstalt in Dahlem und anderer Versuchsanstalten nachgewiesen, daß sehr wohl ein Weizen- anbau auf Roggenböden heute möglich sei; mindest bis zum Umfang von % der bisher mit Roggen bebauten Böden, Kaum war der Roggen „valorisiert‘, so gingen viele Unternehmer auch schon zum Weizenhau über.