bandes ausgeführt. Der Verband besitzt bereits eigene Vertreter im rheinisch-westfälischen Industriegebiet, Auf dem Gebiete der Eierproduktion hat der deutsche Landwirt- schaftsrat erst vor kurzem die Marke „Deutsches Frischei” herausgegeben, die nach ähnlichen Grundsätzen verliehen wird. Die Standardisierung des Saatgetreides ist eben- falls im Laufe des Sommers 1928 in Angriff genommen worden, Nachdem die Züchter von Original-Saatgetreide und von Original- Feldhülsenfrüchten sich mit Hilfe der Danatbank (Darmstädter- und Nationalbank) schon im vorigen Jahre zur „Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht“ (lies: Syndikat zur Erhöhung der Saatgutpreise!) zusammengeschlossen hatten, haben sie sich jetzt untereinander‘ verpflichtet, zunächst für die Dauer der Anerkennungsperiode 1929, übereinstimmende. Verkaufs- und Liefer- bedingungen durchzuführen, Dazu gehört vor allem der Schutz der Sortennamen durch Warenzeichen, Absaaten dürfen den Sorten- namen nur tragen, wenn der Nachbau von einer zur Arbeitsgemein- Schaft für Saatgutanerkennungswesen beim deutschen Landwirt- Schaftsrat gehörigen Stelle anerkannt („gekört‘) ist, wenn vor der Anmeldung zur Körung die Zustimmung der Gesellschaft schriftlich eingeholt und schriftlich erteilt ist, wenn vor dem Sortennamen die Worte „anerkannte ., , Absaat von , , .” gesetzt sind, Dafür muß eine Lizenzgebühr von 6 Mark je Hektar bezahlt werden. Jeder Erwerber von Originalsaat unterwirft sich durch Abschluß des Kauf- vertrages diesen Bedingungen, Die Vertragsstrafe beträgt das Zwanzigfache des Kaufpreises, Natürlich behaupten die saatgutzüchtenden Großagrarier, daß diese Maßnahmen den saatgutkaufenden Landwirt gegen „un- lautere Uebervorteilung‘“ schützen sollen, In Wirklichkeit bedeuten Sie die vollkommene Diktatur der streng kartellierten Originalsaat- Sutzüchter und der hinter ihnen stehenden Danatbank — ausschließ- lich hochkapitalistische Betriebe — über die von ihnen abhängigen kleineren Gutsbesitzer und die Bauernmassen, Erst im Zusammen- hang mit dieser Maßnahme erhält die lebhafte Agitation der Land- bundführer für Prohibitivzölle für Saatgut das rechte Licht. Diese Maßnahmen der Originalsaatgutzüchter, hinter denen, wie erwähnt, die rührigste der deutschen Großbanken steht, ist ein klassisches Beispiel, wohin die kapitalistische‘ Rationalisierung und Standardisierung treibt, nämlich zur Bildung zentraler Monopol- absatzorganisationen, zur Verschmelzung von Bank- und Agrar- kapital, zur Schaffung agrarischer Kartelle und Syndikate auf Kosten der Arbeiter und Kleinbauernmassen. _ Zur Standardisierung gehört natürlich auch die einheitliche Verpackung, der sachgemäße Versand und die "“ichtigeLagerunfg. Im Zusammenhang mit diesen Bestrebungen beabsichtigt man, große Gemüseauktionen nach holländischem Muster einzuführen. sogenannte Veilings, Die Standardisierung der