zuschläge gemacht. Die hohen Pachten, die gerade der Kleinbauer für die Parzelle bezahlen muß, werden ebenfalls damit gerechtfertigt, laß die Bauernarbeit einen höheren Ertrag erziele, Aehnlich steht 2s mit den Bodenpreisen für Kleinbetrieb und Parzelle. In Wirklichkeit sind die höheren Pacht- und Bodenpreise, die der Kleinbauer zahlt, nicht eine Folge des Mehrertrags seiner Arbeit, sondern das Resultat der Tatsache, daß der kleine Bauer sowohl auf Bodenrente wie auf Kapitalprofit verzichtet, ja oft genug sich mit einem geringeren „Arbeitslohn“ begnügt als der Proletarier, Die allgemeine Bodennot trägt noch das ihre zur Steigerung der Pachtund -.Bodenpreise in kleinbäuerlichen Gebieten bei, Damit haben wir den Schlüssel gefunden, der für uns Marxisten den scheinbaren Widerspruch klärt, in dem die Entwicklung in der Landwirtschaft zum Konzentrationsprozeß in der Industrie steht. Zweifellos haben in den letzten 20 Jahren, vor allem in Deutschland, die Kleinbetriebe sich nicht nur zahlenmäßig gehalten, sondern sogar zugenommen. Diese Tatsache bleibt bestehen, auch wenn wir die künstliche Bauernsiedlung in Ostdeutschland vor und nach dem Kriege nicht in Anrechnung bringen. Die Betriebszählung vom Juni 1925 hat sogar eine beträchtliche Zunahme der Parzellenbetriebe, und nur Seringe Schwankungen bei den übrigen Betriebsgrößen gebracht. Die Zählebigkeit des bäuerlichen. Familienbetriebes erklärt sich aur zum Teil aus den Besonderheiten der agrarischen Wirtschaft — Abhängigkeit von Bodenverhältnissen, Klima, Jahreszeiten —, die den Sroßkapitalistischen Tendenzen einen. gewissen Widerstand bieten, sie erklärt sich vor allem aus der Tatsache, daß der Bauer die Rück-Ständigkeit seines Kleinbetriebes dadurch ausgleicht, daß er seine Arbeitszeit ins Ungemessene verlängert, sich selbst, seine Frau und Seine Kinder bis zur Erschöpfung ausbeutet, seine Lebenshaltung aufs äußerste einschränkt und auf alle Kulturbedürfnisse verzichtet, Was aber weder Bürgertum noch Sozialdemokratie sehen wollen, ist die Tatsache, daß Hunderttausende bäuerlicher Klein- und Zwergbetriebe nur deshalb scheinbar lebensfähig geblieben sind, weil die bäuerliche Familie Nebenerwerb in der Industrie hat, Die Rentabilität der Kleinbetriebe rechnerisch. festzustellen, ist infolge der fehlenden Buchführung unmöglich. Die Feststellungen des Enqueteausschusses sind in dieser Beziehung wertlos, Karl Marx hat vollkommen recht, wenn er im Kap. IIL Bd, schreibt; „Als absolute Schranke für ihn (den Bauern) als kleinen Kapitalisten erscheint Nichts als der Arbeitslohn, den er sich selbst zahlt, nach Abzug der eigentlichen Kosten, Solange der Preis des Produkts ihm diesen deckt, wird er sein Land bebauen, und dies oft bis zu einem phy-Sischen Minimum des Arbeitslohnes,” __ Die Krisis, in der sich die werktätige Bauernschaft heute befindet, ist deshalb eine grundsätzlich andere als die Krisis der kapitalisti-Schen Landwirtschaft, Aeußerlich betrachtet haben beide dieselben Symptome: das Mißverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben. Aber die Ursachen dieses Mißverhältnisses und die Mittel der Behebung sind grundverschieden, Der Bauer hat schon alle Mittel zur