Senkung seiner Personalausgaben und zur Steigerung seiner Er- träge, über die er als kleiner Besitzer verfügt, in Anwendung ge- bracht. Er kann aus eigener Kraft nicht weiter, Die Mittel der ver- schärften Ausbeutung, der Produktion von Standardware, der Me- chanisierung, der Konjunkturanpassung, stehen ihm als einzelnem nicht zur Verfügung, Im Gegenteil: seine Leistungen gehen infolge sinkenden Düngerverbrauchs, Mangels an Barmitteln für Saatgut, Zuchtvieh, Meliorationen, Gebäudereparaturen ständig, wenn auch langsam zurück, Auch die monopolistische Marktbeherrschung nützt ihm nichts, denn sie wendet sich ebenso sehr gegen ihn als Zukäufer industrieller und agrarischer Produktionsmittel und Bedarfsartikel wie gegen den Arbeiter. Die Periode der kapitalistischen Rationali- sierung verbessert nicht, sondern verschlechtert seine Lage. Wo das heute noch nicht der Fall ist, da wächst doch schon der Abstand zwischen den Erträgnissen der bäuerlichen Kleinwirtschaft und der rationalisierten Großbetriebe in raschem Tempo. Wie groß dieser Abstand schon heute ist, zeigt das vom Staatssekretär a. D. Hagedorn auf dem Bankett des Reichsgrundbesitzerverbandes Berlin am 22. März angeführte Beispiel aus der Milchgewinnung. In Ostpreußen sind in der Milchleistung vom Groß- und Kleinbetrieben Spannungen von 1119 Liter gegen 3040 Liter pro Kuh und Jahr; in Norddeutschland finden wir Spannungen von 1498 Liter gegen 2726 Liter. Während die Kuh in Deutschland pro Tag durchschnittlich 6 Liter Milch bringt, und in gutgeleiteten Kontrollvereinen durchschnittlich 12 Liter pro Kuh und Tag erzielt werden, haben schon bisher einzelne Groß- betriebe Spitzenleistungen von 25 Liter erreicht. Auf Grund der neuen amerikanischen Fütterungsmethoden hat man diesen Rekord gebrochen und die Spitzenleistung von 58,3 Liter pro Kuh und Tag also fast das Zehnfache der bisherigen Durchschnittsleistung erzielt, Mit einem solchen Tempo der Entwicklung kommt der Klein- bauer nicht mit. Da der Groß-Viehbesitz in der Kleinwirtschaft heute fast doppelt so hoch ist wie im Großbetrieb (bis zu 107 oder 117 Stück Großvieh auf 100 Hektar im Kleinbesitz gegen 50 bis 60 Stück Großvieh pro 100 Hektar im Großbesitz), so müssen, da der Reichsdurchschnitt 6 Liter beträgt, außerordentlich viele Kleinbe- triebe. eine Milchleistung von weniger als 6 Liter pro Kuh und Tag aufweisen. Das ist auch vollkommen erklärlich, da laut Viehzählung vom 16. Juni 1925 rund 58 Prozent aller Kleinbetriebe das Rindvieh auch als Spannvieh benutzen. Von 5501000 Milchkühen in bäuer- lichen Betrieben von 2—20 Hektar werden 1860000 als Spannvieh verwendet! Was das Schlachtvieh anbetrifft, so ist das kleinbäuerliche Vieb meist Vieh zweiter Klasse und erzielt entsprechend geringere Preise. Während auf Grund der modernen Fütterungsmethoden und der Leistungszucht der moderne kapitalistische Schweinemäster das Schwein in durchschnittlich 6 Monaten schlachtreif macht, bedarf der kleine Bauer meist 8 bis 10 Monate, mitunter weit darüber. Aber nicht nur der Abstand in den Leistungen des bäuerlichen Kleinhetriehes und des rationalisierten Großhetriebes wächst. Be-