des Staates, Die zentralen Handels- und Verwertungsgesellschaften sind gemischte Unternehmungen des Agrarkapitals (Bezugsvereini- gung der deutschen Landwirte), des Industriekapitals (vor allem der Stickstoff- und Maschinenindustrie), des Großhandels und der Groß- mühlenkonzerne mit Staatsbeteiligung, Auch die Siedlungspolitik des bürgerlichen Staates muß unter diesem Gesichtspunkte betrachtet werden, Das Reich wirft seit 1926 pro Jahr 50 Millionen Mark für Siedlungszwecke aus. Ab- gesehen von der Tatsache, daß infolge der hohen Kaufgelder und Bankzinsen nicht der wirklich bodenarme Kleinbauer, sondern. fast ausschließlich der starke Mittelbauer siedeln kann, der auf diese Weise seine nachgeborenen Söhne und Töchter unterzubringen sucht, abgesehen weiter von dem Wucher, den die sogenannten „Gemeinnützigen‘ Siedlungs- oder Landgesellschaften zu Lasten der betrogenen Siedler treiben, bedeutet das Ansetzen bäuerlicher Fa- milien im verkehrs- und industriearmen Osten nicht eine Verbesse- rung der Lage der Bauern, sondern eine Verewigung der bäuerlichen Armut und Ueberarbeit, Die Gründe: der Bourgeoisie für diese Siedlungspolitik im Osten sind mannigfacher Natur: Stützung der Bodenpreise durch Landkauf aus öffentlichen Mitteln, Abstoßung schlecht rentabler Güter, Vorwerke und Parzellen durch die ratio- nalisierenden Großgrundbesitzer, Erweiterung des Absatzmarktes für die Baustoff- und landwirtschaftliche Maschinenindustrie, sowie für die großen östlichen Futtermittelproduzenten, Sorten- und Rassenzüchter, nationalchauvinistische Gründe der Germanisierung des Grenzstriches, demagogische Beruhigung der unzufriedenen Bauernmassen in Süd- und Westdeutschland. Beschaffung billiger, an die Scholle. gebundener Arbeitskräfte für die Großgüter, Der zuletzt erwähnte Grund ist auch maßgebend für das Inter- esse der Landbundführer an der „Landarbeitersiedlung‘ und der Ansetzung von Häuslern ohne ausreichende Ackernahrung, Es ist für die kapitalistische Verlumpung der SPD, bezeichnend, daß sie durch die Preußenregierung gerade diese Art der Siedlung wie auch das System des Werkwohnungsbaues seit Jahren fördert. Um so weniger geschieht, um die Anliegersiedlung zu fördern, d. h. die Ergänzung der bodenarmen Betriebe in der Heimat auf eine „Acker- nahrung‘, was eben weder im Interesse des verpachtenden und ver- kaufenden Großlandbesitzes, noch im Interesse der die Lohnarbeit der Bauernkinder ausbeutenden Unternehmer liegt, Bleibt noch die Frage, ob der starke staatskapitalisti- sche Einschlag in dem neuen Industrialisierungs- und Ratio- nalisierungprozeß geeignet ist, dem bäuerlichen Familienbetrieb den Uebergang zu modernen Formen der Produktion und Produkten- verwertung zu erleichtern, SPD, und Demokraten wollen dem Bauern das einreden. Allein schon die Zusammensetzung der leitenden Or- gane der neuen Gesellschaften und Kreditanstalten lassen das Gegenteil erkennen. In den Landwirtschaftskammern, deren Bedeutung als beratende Organe der Regierung und Er- ziehungsinstitutionen für den Landwirt in der Periode der Ratio-