15 Rußlands“ statt. 43 Delegierte, die mit 51 Stimmen 26 Organisationen vertraten, und 14 Teilnehmer mit beratender Stimme waren anwesend. Räumlich war ganz Rußland vertreten vom Norden zum Süden, vom Westen bis zum fernen Osten — bis Irkutsk und Tschita. Die Haupt- aufgabe sollte sein: eine Zentralleitung zu wählen, das Programm und das Organisationsstatut zu beschließen. Das Programm war eine Kol- iektivarbeit in der Hauptsache von Plechanow und Lenin und seit längerem bekannt®). Der Hauptpunkt des grundsäbklichen Teils ent- hält schon die folgenden Säbe, die dem Programm der heutigen russi- schen Staatsmänner durchaus entsprechen: „Indem sie die Produktionsmittel und Zirkulationsmittel aus dem Privateigentum in das gesellschaftliche Eigentum überführen und ... eine planmäßige Organisation des gesellschaftlichen Produktions- prozesses einführen wird, wird die soziale Revolution des Proletariats die Teilung der Gesellschaft in Klassen abschaffen und dadurch die ganze unterdrückte Menschheit befreien, da sie aller Art Ausbeutung eines Teiles der Gesellschaft durch den andern ein Ende machen wird. Eine unumgängliche Vorbedingung dieser sozialen Revolution stellt die Diktatur des Proletariats dar, d. h. die Eroberung einer solchen politischen Gewalt durch das Proletariat, daß es imstande sein wird, jeden. Widerstand der Ausbeuter zu unterdrücken ...“ Nach poli- Hschen, sozialpolitischen und wirtschaftlichen Gegenwartsforderungen und solchen in der Agrargesebgebung stellt das Programm den Sab auf: „In dem Streben nach Verwirklichung ihrer nächsten politischen und ökonomischen Ziele unterstübßt die S.D. A.P.R. jede gegen die bestehende soziale und politische Ordnung Rußlands gerichtete oppo- sitionelle und revolutionäre Bewegung und lehnt sie entschieden alle Reformprojekte ab, die mit irgendeiner Art Ausdehnung oder Be- seitigung der polizeilich-bürokratischen Bevormundung der arbeiten- den Klassen verknüpft sind.“ — Nach einer Debatte, die sich aber nicht auf den grundsäklichen Teil des Programms, sondern auf einige der Gegenwartsforderungen erstreckte, wurde es im ganzen einstimmig bei einer Stimmenthaltung angenommen.‘) 8) Veröffentlicht in der russ. Zeitschrift „Zarja“ Nr. 3 u. 4. Als Leit- artikel mit erläuternden und kritisierenden Aufsäben u. a. von Lenin und DPlechanow. Deutsch „Dokumente d. Sozialismus“ Il, 2. S. 85f. Außer dieser Kollektivarbeit hatte L. noch einen besonderen Entwurf ausgearbeitet, der aber erst veröffentlicht wird.‘ 9) Vergl. Lydin: „Material .. .“ S. 44 ff. „Der Parteitag“. Noch genauer siehe in russischer Sprache: „Protokoly IL. oCerednogo c&zda R. S.-D. R. P. Zeneva 1904, besonders darin die Rede Lenin’s S. 90f.