Erfahrungen besitzt, um sie zu vergleichenden Urteilen heranzuziehen, Die‘ Berechnung der Arbeitszeiten ist hauptsächlich bei Maschinenarbeit üblich. Ihre Unterlagen erhält sie aus den sog.: Maschinenkarten, die zu einer Kartei im Akkordbüro zusämmengefaßt sind (Abb. 11). Aus: diesen Karten, die vom Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung (AWF) einheitlich durchgebildet worden sind, entnimmt der Kalkulationsbeamte die Leistungen jeder Maschine, die Schnittgeschwindigkeiten und Vorschübe bei Drehbänken usw., die Hubzahl und den Arbeitsdruck bei Pressen, die minutliche Produktion bei Papier- und Textilmaschinen, die Durchsetzzeit und Aufnahmefähigkeit bei Öfen. Graphische Pläne erlauben ihm hier, für jeden Einzelfall die Arbeitszeit der Maschine aufs genaueste zu ermitteln. Ebenso sieht er an den Vermerken über die technische Ausrüstung der Maschine, ob Sonderausführungen auf ihr möglich sind. Die Technik dieser Zeitfestsetzung ist so ausgebaut, daß sie hier nicht erschöpfend behandelt werden kann; es muß dazu auf die Fachliteratur der Vorkalkulation am Schlusse dieses Büchleins verwiesen werden. Mit der Ermittlung der maschinellen Arbeitszeit ist aber noch wenig getan. Selbst in stark mechanisierten Betrieben bildet sie nur einen Bruchteil der gesamten ‚Arbeitszeiten. Die Gesamtfertigungszeit eines Arbeitsganges gliedert sich nach Abb. 12 zunächst in die Einrichtezeit und die eigentliche Stückzeit. Die Einrichtezeit ist zur Herrichtung der Maschine oder des Arbeitsplatzes für einen bestimmten Arbeitsgang notwendig, sie umfaßt das Bereitlegen der Werkzeuge, die Einschaltung der richtigen Geschwindigkeitsstufen, das Besorgen der Zeichnungen und des Akkordzettels und das Lesen der Zeichnung. Die eigentliche Stückzeit gliedert sich wiederum in Hauptund Nebenzeiten. Hauptzeit nennen wir diejenige Zeit, die zur eigentlichen Umformung oder Bearbeitung des Werkstücks nötig ist; bei maschineller Bearbeitung entspricht sie der Maschinenzeit, bei Handarbeit, z. B. in der Schlosserei, der Handzeit. Nebenzeiten entstehen durch Werkzeugwechsel während des Arbeitsganges, um verschie-4}