Vorsitzender Herr Geheimrat Dr. Duisberg: Erhebt sich gegen diese Wahl Wider- spruch? — Das ist auch nicht der Fall. Auch genehmigt! Herr Dr. Herle: Dann ist noch notwendig, daß wir nach unserer Satzung die Rechnungsprüfer für das Jahr 1925 neu wählen lassen. Wir bitten Sie, damit einverstanden zu sein, daß wir wieder die Herren zu Rechnungsprüfern: heran: ziehen, die dieses Amt auch im letzten Jahre ausgefüllt haben. Es sind dies die Herren Generaldirektor Winkler, Theodor Schwarz-Bocholt und Direktor Curt Wenzel-Werden. Wir bitten weiter, da: nit einverstanden zu sein, falls diese Herren verhindert sind, daß wir dann andere Herren des Hauptausschusses für diese Arbeit heran: ziehen. Vorsitzender Herr Geheimrat Dr. Duisberg: Auch dagegen erhebt sich kein Wider- spruch. Das ist auch genehmigt. Damit ist der erste Punkt unserer Tages. ordnung erledigt, und wir kommen zu Punkt 2: Beschlußfassung über Neubildung des Industriefonds. Herr Geheimrat Hilger: Meine Herren! Ich bin als Schatzmeister in der erfreulichen Lage, Ihnen eine ange» nehme Mitteilung machen zu können, näm: lich die, daß die Finanzen des Reichsver- bandes wohlgeordnet sind und daß eine Er» höhung der ordentlichen Beiträge für das nächste Viertel und halbe Jahr nicht in Aussicht genommen zu werden brauchen. Der scheidende Präsident Herr Dr. Sorge hat seinem hochverehrten Herrn Nachfol- ger einen wohlgeordneten Staat hinterlassen und auch, wie einst Friedrich Wilhelm I. Friedrich dem Großen, geordnete Finanzen. %s haben aber leider die Beiträge, die die Ausgaben in jeder Weise gedeckt haben, nicht die Möglichkeit gegeben, das zu tun, was im Interesse des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, der Spitzenorganisas tion, durchaus erforderlich ist, nämlich einen zewissen Reservefonds für besondere Fälle ınzusammeln. Meine Herren, dieser Reservefonds ist bitter nötig. Es treten an den Reichsver- band eine ganze Reihe von Aufgaben plötz- lich heran, die auf politischem und wirt: schaftspolitischem, auf wirtschaftlichem, auf charitativem, auf allen möglichen. Gebieten iegen. Der Reichsverband ist bisher aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage ges vesen, manchen Anforderungen gerecht zu verden. Wir haben bisher in Anbetracht ler ungünstigen Lage der Industrie von ner Erhöhung der Beiträge Abstand ge» ıommen und damit auch davon, den Indus! ;triefonds, den wir im Jahre 1921, wie sich lie Herren erinnern werden, in München jegründet hatten, wieder aufleben zu lassen. Nir haben im Präsidium und im Vorstand janz eingehend die Frage erörtert, ob bei ler derzeitigen Lage der Industrie der Zeit; yunkt richtig gewählt wäre, diesen Fonds vieder ins Leben zu rufen. Trotz der ichwere der Zeit und der bedrängten Lage ler Industrie haben wir uns im Präsidium ;‚owohl wie im Vorstande der Notwendig» seit, den Fonds wieder einzurichten, nicht ;ntziehen können, und haben Ihnen daher; vorgeschlagen, den Industriefonds wieder änzurichten. Wir hatten damals, wie die Herren, die ın den Münchner Verhandlungen teilgenom: - nen haben, sich erinnern werden, einen Beis Tag für diesen Industriefonds in der Höhe ron 10 M. pro Kopf des Arbeiters, was un: sefähr 40 Goldpfennigen entsprach, als rich» ig angenommen. Es sind auch damals nicht merhebliche Beträge eingegangen. Aber sie ind während der Inflation und dann um Jeswillen verschwunden, weil in der schwe» ‚en Zeit der Inflation wir auf diesen Indu- striefonds zurückgreifen mußten, um die lau. enden Ausgaben des Reichsverbandes zu lecken. Wir haben die Notwendigkeit, den ?onds jetzt wieder aufleben zu lassen, im >räsidium und Vorstand erkannt, und ich 1abe Ihnen vorzuschlagen, einen außerges‘ vöhnlichen Beitrag in der Höhe von 20 Pfg. »ro Arbeiter zu zahlen, um diesen Indus:! itriefonds zu alimentieren. Wenn wir daran lenken, daß es ungefähr 8 Millionen gewerb- iche Arbeiter im Deutschen Reiche gibt, ınd daß von diesen 8 Millionen ungefähr ) Millionen den Industrien angehören, die 1er. im Reichsverbande organisiert sind, ınd wenn wir nach den Erfahrungen des Terrn Schatzmeisters annehmen können; laß von diesen 6 Millionen vielleicht 5 Mil: ionen die Beiträge aufbringen werden, dann verden wir mit diesem Satz von 20 Pfen- ıgen je Arbeiter, der wohl tragbar er» icheint, einen Fonds von ungefähr einer Mil- ion Mark ansammeln, der den Bedürfnissen zunächst genügen wird. Um die Zahlung zu ;rleichern, habe ich namens des Vorstandes ınd des Präsidiums Ihnen vorzuschlagen.