dabei immer vollwertig bleiben. Die Reichs» bank kann daher mit Sicherheit sagen: Wenn keine Devisen mehr vorhanden sind, dann hat die Wirtschaft auch keine Mark mehr. Diese Zusammenhänge beweisen, daß unsere Währung, wie wir sie heute haben, ein absolut sicheres Instrument ist. Niemand <ann die Währung antasten, denn diese Po- itik der Reichsbank kann nicht fehlgehen. Aber dann wird auch die Reichsbank, wenn die Wirtschaft nicht mehr in der Lage ist, durch Überschüsse die Zirkulation zu er: ıöhen, vielleicht bedeutungslos für die Wirt- schaft, namentlich in Zeiten der wirtschaft: lichen Krisen. Dann ist die Reichsbank durchaus nicht mehr das Institut, das sie 'rüher war. Daß sie mit dem Kredit des Staates im Rücken über Krisenperioden durch verstärkte Notenemission hinweg- ıelfen konnte, das kann sie nicht mehr. Ihre Bedeutung ist trotz der vergrößerten Sicher: heit unserer Währung gesunken. Ob wir sine Währung behalten oder nicht, hängt von einer vernünftigen Leitung der Reichs- bank ab. Es hängt ferner aber von den De- visenansprüchen, die die Wirtschaft an die Reichsbank stellt. Sind die Anforderungen zu hoch, so verringert sich die Zirkulation, und nur dann, wenn die Wirtschaft mehr Devisen erzeugt als sie verbraucht, kann die Spannung, die heute in unserer Kredit- gebarung besteht, auf die die Reichsbank einen geringen Einfluß hat, sich verringern, aber nur dann. Sie sehen diese Abhängig- seiten an der Spurlosigkeit, mit der das Herabsetzen des Reichsbankdiskonts von 10 auf 9% an der Wirtschaft vorüber: Jegangen ist. Es zeigt, wie gering das Deckungsvermögen über die Reichsbank ist. Die Wirtschaft nimmt das Geld, das die Reichsbank nicht geben kann, wo sie es be: kommt, also berührt die Wirtschaft die Ver- ringerung des Diskontsatzes zunächst in keiner Weise. Sie wird sich eben mit Geld versehen, wo sie es erhält, und zu den Sätzen, zu denen sie es bekommen kann. Es ist also in allererster Linie wichtig, fest: zustellen, welche Devisenansprüche die deut: sche Wirtschaft in der nächsten Zeit zu stellen hat. Das äußere Merkzeichen hierfür ist die Zahlungsbilanz. Unsere. Zahlungs: bilanz war_nach dem _Kriege_passiy,...Die Passivität unserer Zahlungsbilanz wurde zuz, nächst von den Leuten im Auslande bezahlt, lie noch einen Glauben — vielleicht spekus lativer Art — "an die Mark hatten. Auf diesem Wege ist nach Schätzungen, die vor- jenommen wurden, der Wirtschaft ein Deli: zit von 4—6 Milliarden abgekauft worden, 1. ’h. durch Verluste der Ausländer an der Mark. Allerdings haben wir als Gesamtwirt- ;chaft durch die Inflation an Substanzwerten — zu billiges Verkaufen — an das Ausland veit mehr verloren. Dann kam jene Inflation, lie, nachdem die Hoffnung auf eine Besser: ung der Mark geschwunden war, die ganze Währung ad absurdum führte. Die Mark vurde durch die Rentenmark abgelöst. Hier- ı1ach kam der Dawes-Plan, der erstmalig vieder Vertrauen schaffte. Jetzt nehmen wir temde. Gelder, ‚um das Defizit, das wir in ınserer Handelsbilanz haben, auszugleichen. Das ist der wahre Verlauf. Wir haben schon oftmals auseinander-, zesetzt, daß bei der heutigen Wirtschafts: age des Deutschen Reiches unsere Zah- ungsbilanz im wesentlichen identisch mit ler Handelsbilanz ist. Wenn wir nun deren Zahlenbild uns ansehen, so ergeben sich ıußerordentlich traurige Ziffern. Es zeigt ich, daß das Defizit des deutschen Außen: ı1andels im Jahre 1924 rund 2% Milliarden be: ragen hat. Diese 2% Milliarden für das janze Jahr 1924 verschwinden aber in ihrer 3Zedeutung, wenn wir die Defizite der letzten MVonate nehmen. Das Defizit nämlich be- 'rägt für die Monate: November 1924 . . 404 Millionen GM. Dezember 1924 . . 596 # 5 lanuar 1925. , . . 674 ” ” Pebruar 1925 193.6 N X d. h. wir haben in den letztverflossenen ı! Monaten weit über 2 Milliarden Goldmark 7assivität. Wenn Sie diese Summen in Rela- ion bringen zu den goldwerten Beständen ler Reichsbank, die ich für außerordentlich jünstig angesehen habe; dann werden Sie verstehen, daß, wenn die Handelsbilanz in Jiesem Tempo fortfährt, das Stadium, an lem die Reichsbank gezwungen sein wird, ch auf sich selbst zurückzuziehen, in sehr ichtbare Nähe gerückt ist. Man streitet sich larum, ob diese Unterlagen richtig sind, die ch angegeben habe, Es ist die offizielle Statistik, die im Statistischen Reichsamt viederholt überprüft wurde. Der Herr Reichsbankpräsident hat mir gesagt, er %laube an die Richtigkeit der Zahlen nicht, lenn alles widerspräche unserer Finanz- tebarung. Ich sage, es ist vollkommen rrelevant, ob ich an diese Ziffern glaube der nicht, und zwar aus dem Grunde, weil ch gar nicht weiß, welche Summen die Wirtschaft im Auslande geborgt hat. Ich ilaube, daß es sich um viel beträchtlichere