Summen handelt, als wir allgemein an 1ehmen. Das äußerst mäßige Defizit des Jahres 1924 habe ich versucht in der Form abzudecken, wie es wahrscheinlich abge: wickelt wurde. Es ist als möglich anzu- nehmen, daß eine Milliarde im Jahre 1924 aus alten Devisenbeständen, die noch in der Wirtschaft aufgespeichert waren, abgedeckt wurde. Es ist mir von großen, mittleren und zonstigen Unternehmungen bekannt, daß zu 3eginn des Jahres 1924, als die Zinssätze in die Höhe gingen, die Devisen abgestoßen wurden, schon um sich von den äußeren Lasten zu befreien. % bis % Milliarden stammen aus offenen Warenkrediten, die im vorigen Jahre in Anspruch genommen wer: den konnten, und 1 Milliarde entfällt auf kurzs oder langfristige Auslandskredite. Ich habe über diese Ziffern mit der Reichsbank gesprochen und habe die Überzeugung, daß man dort mit etwa denselben Ziffern rech: net. Wenn wir aber fortfahren, mit Krediten eine anhaltende Passivität abzudecken, so wird es sich doch in relativ kurzer Zeit er: weisen, daß auch die neuerdings im Aus: iande aufgenommenen Kredite nicht aus: reichen werden, um ein derartiges Defizit abzudecken. Es würde nicht mehr möglich sein, die Übereinfuhr an Waren abzudecken, selbst wenn Amerika die gesamten Geld- mittel, die es zur Verfügung hat, und die es im Jahre 1924 an das Ausland gegeben hat, allein auf Deutschland und auf die private deutsche Wirtschaft konzentrieren würde. Der erforderliche Betrag würde weit über | Milliarde Dollar betragen, und die Über- weisungen Amerikas an Europa betrugen nur % Milliarden Dollar. Wenn wir also in diesem Ausmaß fortfahren, tritt das ein, was ‘ch vorhin sagte, dann hört die Reichsbank uf, eine Währungsbank zu sein, und die Bedeutung der Reichsbank für die Wirtschaft wird recht gering sein. Devisen wird dann aur der besitzen, der Waren im Auslande verkauft und in den Devisen verdient. Der Außenhandel wird keine Passivität mehr zeigen, denn wer nicht mehr Waren be: zahlen kann, wird auch keine im Auslande saufen können. Das wäre der Endeffekt. Es wäre keine Katastrophe, wie es immer 1eißt, sondern ein langsames Herabsinken auf Zahlungsunfähigkeit, die fortschreitet bis zu dem Moment, wo der Ausgleich zwangsläufigen Exports und Imports erfolgt. Es ist ein Wunder, daß sich über diese wich: tige Frage in Deutschland weder Regierung aoch Parlament aufregen. Sie haben jetzt viel mehr mit den Wahlen zu tun und ver: stehen nicht, daß es vielleicht viel unwich: iger ist, was sie betreiben als das, worum ;ie sich kümmern müßten, nämlich die Ur- zachen zu untersuchen, die zu einer Passiz rität der Handelsbilanz führen. Wenn man Vergleiche zieht, wie es früher war, und welche Umstürze in dem Warenaustausch arfolgt sind, so ist meines Erachtens die ‘olgende Statistik, die ich schon wiederholt zegeben habe, am interessantesten. Wenn ich unterscheide eine Ausfuhr nach Lebensmitteln, Rohstoffen, fertiger Ware, und die Teile der Gesamtausfuhr in Vergleich setze zum Jahre 1913, und das Jahr 1913 mit 100 Prozent nehme, dann ergibt sich folgendes: Wir hatten im Jahre 1924 im Vergleich zu 1913 eine Einfuhr an Lebensmitteln von . . . 75,7 % Rohstoffen von. .... 539% fertigen Waren von. . . 80,9 % Wir hatten dagegen eine Ausfuhr an Lebensmitteln von. . . 313% Rohstoffen von. .. . 288% fertigen Waren von . . 587% Wenn Sie das, was ich über die Wäh- ‘ung und Struktur gesagt habe, berücksich- äigen, dann müßten die Statistiken so aus- sehen, daß wir in _der_ Einfuhr haben: [5,2 Prozent Fertigwaren und in der Ausfuhr 150 Prozent Fertigwaren. Dabei würde die Teutsche Wirtschaft bestehen können. Aber las ganze Gegenteil ist der Fall, das Defi: zit unserer Handelsbilanz wird durch eine ıußerordentliche Steigerung der Einfuhr von Jertigwaren herbeigeführt und weit verar; >eiteten Halbfabrikaten. Das kommt daher, laß z. B. in der Textilindustrie folgendes eintritt: Herr Dr. Behnsen hat gestern im Vorstand ausgeführt, daß die Belastung mit ler‘ Umsatzsteuer ein ausschlaggebender Caktor dafür sei, daß in der Wollindustrie lie Einfuhr von Garnen außerordentlich ge: ;tiegen sei. Ich bin der Ansicht, das ist ıicht der Fall. Gewiß verteuert das, aber wenn die fremde Ware heute bei dieser Sreditnot mit 6 Monaten Ziel bei 6 Prozent 2ler ins Land geliefert wird, und auf der ınderen Seite hier im Inlande 15 Prozent jezahlt werden müssen, dann liegt allein in liesen Umständen eine Differenz, die weit» ıus größer ist als die Umsatzsteuer. Das st das 8-—10 fache der Umsatzsteuer, die larin liegt. Daß die Fertigware in. der. Eins ‘uhr_eine_so_ausschlaggebende Rolle spielt, iegt meines Erachtens darin, daß. unsere. In: landspreise zu teuer sind. Das gilt für die