Wenn wir überraschend schnell uns in die Lage gesetzt sehen, eine wenn auch noch immer rätselvolle, so doch endgültige Lösung zu geben, so verdanken wir dies der Freundlichkeit von Lists ältestem Enkel, Herrn Friedrich Pacher von Theinburg, der mit Ausnahme von drei Briefen, die er nach seiner Angabe „als zur Gebrauchnahme nicht geeignet“ ausschied, sämtliche in seinem Besitz befindlichen Briefe Lists an seine Familie uns zur Veröffentlichung zur Verfügung ge- stellt hat. Schon die erste Durchsicht ergab, daß dieses Material alle Zweifel an der Existenz auch der zweiten Preisschrift beseitigt; denn es fand sich der von Häusser auszugsweise gebrachte Brief vom ı. Januar 1 838, und es stellte sich wider alles Erwarten heraüs, daß Häussers Auszug gerade die für uns wichtigsten Stellen unterdrückt hat. Wir lassen aus diesem Brief hier die auf die Arbeiten bezüglichen Absätze® in vollem Umfang folgen und heben die von Häusser ge- strichenen bzw. geänderten Worte und Sätze durch Sperrdruck her- vor: „Wir haben hier die NeujahrsNacht flott gefeyert; wir sind erst diesen Morgen um 4. Uhr zu Bette gekommen. Ich bin nämlich mit meiner Arbeit fertig — zwey Preisfragen liegen beantwortet da, u. was noch mehr ist, zu meiner völligen Zufriedenheit% Von dieser Arbeit kannst Du Dir einen Begriff machen, wenn ich Dir sage, daß sie zwey leid- lich dike, gedrukte Bände füllen wird. Alles dieß ward in 6. Wochen geschrieben, übersetzt u. mit Noten versehen. Ich hatte dazu über 30. Bände Bücher zu lesen. Von Morgens ı oder 2. Uhr arbeitet ich bis 10. Uhr — dann gings auf die Bibliothek bis 3. Uhr, dann wieder zur Arbeit bis 51%. Uhr — dann zu Tisch u. um 7. oder 8. Uhr zu Bett. In meinem Leben ging mir die Arbeit nie besser von Statten, u. nie war ich ge- sünder, In der letzten Zeit bin ich sogar häufig nicht zu Bette ge- kommen u. habe nur einige Stunden geschlafen. Ich habe gute Hoffnung zwey Preise oder5 wenigstens Einen zu be- kommen. In diesem Fall könnte ich den Geldge- winn, mit Inbegriff dessen was die Bücher beim Buchhändler werth sind, auf 10.000 Franken anschlagen; ja wenn sie unter den Fabrikanten populär werden sollten, was sehr wahrscheinlich ist, auf das dreyu. vierfache — im Fallsiemehre Auflagen erleben sollten”. Inzwischen kann ich mich in meinen Hoffnungen täuschen zumal da die Arbeit sehr schnell gefertigt werden mußte. Es ist auch (sehr)® möglich, daß die- jenigen, welche die Preise zuerkennen, (der Name wirderst bekannt nach der Zuerkennung des Preises)5 mir den Preis versagen, ungeachtet meine Abhandlungen die besten sind. Ich habe nämlich ein neues System u. meine Richter sind noch alten Glaubens. Jedenfalls aber sind meine Abhandlungen so. daß ich sie druken lassen werde, u. daß ich mir davon den-