Zustand, 2. Viehzucht, 3. Agrikultur bis zu den ersten Anfängen ın den Manufakturen und in der Schiffahrt (D, 4. vollständige Manu- fakturkraft, Schiffahrt und Handel5%, So und nicht anders inter- pretiert List selbst jenes Schema, welches nur eine für den Verstand befriedigende aufgeraffte Zusammenstellung ist, an die sich weder der Systematiker noch der in die Geschichte blickende List selbst bindet. Gewiß ist es Lists Lehre, daß „der Handel‘, sofern er dauernden Bestand und kontinuierliche Entwicklung® haben soll, auf einer ein- heimischen Manufakturkraft beruhen muß; aber auch hier ist hinter die Worte auf das von ihm Gemeinte verstehend zu rekurrieren. So stellt List dem hanseatischen, nicht national gegründeten Handel die englische Entwicklung gegenüber%1 und sagt im Sinne der Kritiker: „Alle diese Fehler wurden in England vermieden. Dort hatten Schiff- fahrt und auswärtiger Handel die innere Agrikultur und Industrie zur soliden Basis... .‘“ Daß aber dabei List nicht unbedingt an eine zeitliche Aufeinanderfolge dachte, sondern die Entwicklung des Handels durch- aus auch in der frühesten Stufe sah, zeigt der Satz%2: „Allerdings ist das Agrikulturland selten ganz ohne auswärtigen Handel, und der aus- wärtige Handel, soweit er geht, ersetzt auch die Stelle der inneren Manufakturen in Beziehung auf die Kapitalvermehrung ; . .“ Und wie die spätere Entwicklung des Handels zu interpretieren sei, lehrt das ganze 22. Kapitel, das die Beziehung von Manufaktur zu Schiffahrt, Seemacht und Kolonisation zum Thema hat. Dort wird der früheste Orienthandel mit dem gegenwärtigen Welthandel verglichen, und soweit List die Ausbildung des Handels nach der der Manu- fakturen ansetzt, hat diese Behauptung den primitiven unbestreitbaren Sinn, daß konkret gesprochen erst das England der Gegenwart durch die Massenfabrikation von Industriewaren eben erst jene quanti- tative Ausdehnung des Austausches von Fabrikaten gegen Rohstoffe und Kolonialwaren ermöglicht. „Bei weitem der größte Teil dieser Produkte (Kolonialeinfuhr) wird mit Manufakturwaren bezahlt‘“6® — das ist ein Hauptsatz der Lehre Lists. Vor der Entdeckung Amerikas und des Kapweges war dieser Handel unbedeutend: „Was man daher auch von der Wichtigkeit des orientalischen Handels in jenen Zeiten lesen mag, immer ist derselbe nur relativ zu verstehen: er war nur wichtig für jene Zeit, aber unbedeutend im Vergleich mit. dem, was er jetzt istö*,” Dieser internationale Handel wuchs, als Europa mit Gold die orientalischen Manufakturen kaufte. „Zu seiner jetzigen Be- deutendheit“ gelangte er erst durch die europäische Kolonisation in Amerika und durch Schaffung von Rohstoffgebieten im Orient. Und in dem banalen Sinn, daß der gegenwärtige Umfang des internatio- nalen Austausches erst durch die neuzeitliche Manufakturentwicklung entstanden sei, ist Lists öftere nicht prinzipielle Ansetzung einer Auf- einanderfolge von Manufakturen und Handel demnach zu verstehen®5, Will man Lists Ansicht zu diesem Thema wirklich ergründen, so wären auch alle Erörterungen über die Wirkung der Navigationsakte in England und anderen Ländern heranzuziehen; sie ergäben ein Bild, das vor der Kritik der historischen Schule im wesentlichen standhielte. A3