grierender Teil der Lehre. Während hier grundlegendes Axiom ist, daß allgemeiner freier Weltverkehr, wenn er „unter den gegenwärtigen Verhältnissen“ ohne Vernichtung der schwächeren Länder möglich wäre, die schlechthin vorteilhafteste Verfassung ist, so gilt es dem Verfasser der Outlines als durchaus fraglich, ob das Ziel der höchsten wirtschaftlichen Produktion nicht durch den ewigen Kampf der Interessen der Nationen besser und schneller erreicht wird! Daher werden hier keine technischen Wege zur Handelsfreiheit angegeben, sondern diese ist nur erreichbar durch politische Unterwerfung unter England, also durch die „Universalmonarchie‘‘. Napoleon würde diese Aufgabe gern für England durchgeführt und den klassischen Grundsatz der allgemeinen Handelsfreiheit in seinem Weltreich zur Verwirk-\ichung gebracht haben. Handelsfreiheit ist hier für Amerika nur zu realisieren als ein „general law of nations founded upon English Power‘“100, Vor allem Streit ist die Beschreibung der Lehren Lists in ihrer Differenzierung zu leisten. Preisschrift und Nationales System sind wie gezeigt über zwei gedanklichen Polen errichtet, von beiden fühven rationale Denkströme durch das ganze Gebäude, welche ohne gedankliche Vereinigung und ohne Sieg einer derselben neben einander liegen. Das rationale Gedankensystem zerfiele ebensosehr ohne die Grundlegung in der Wohlfahrt der Menschheit und der Welthandelsfreiheit wie durch Wegnahme der zweiten Basis: die Mehrzahl der sxistierenden Nationen, Die „nationale“ Sehrichtung bleibt also neben der zuerst gekennzeichneten erhalten und zwar nicht nur für die Politik der Erziehungsstufen, sondern auch in der Wirtschaftspolitik der vierten Stufe, welche in den rationalen Schemata freihändlerisch ist. Sieht nämlich List auf konkrete Nationen oder spricht er als Zolltechniker, so lautet auch für die Suprematiemacht seine Lehre anders: So am Schluß der Preisschrift: wenn eine Nation in jeder Beziehung die Konkurrenz-Fähigkeit besitzt, soll sie die Zölle nur soweit herabsetzen, daß eine mäßige auswärtige Konkurrenz möglich ist!%l, Ferner: „Une fois le marche interieur completement assuree au manufactures nationales on ne la (concurrence) doit admettre qu’a partager avec les fabricants interieurs ]e benefice de surcroit annuel des demandes. ..‘“; aber schon bei einer superiorit& momentane der auswärtigen Fabriken „... il faut que le mouvement descendant de taux fix6s ... s’arröte jusqu’'a ce que l’&quilibre soit rötabli . ..“102, Der fremde Import darf also, wie vorher genau angegeben ist, nur einen Teil bisherigen Zuwachses der Nachfrage erhalten und bei jeder auch nur momentan größeren Marktüberlegenheit soll ein einfacher Ministerialerlaß stets und sofort die Zölle wieder erhöhen. Niemals geht von hier ein Weg zu dem prinzipiellen Freihandel, der sine Auslese der nationalen Industriezweige bringen würde. Hundert andere Materialbelege würden nicht weiterführen: jeder prinzipiellen Ansetzung der freihändlerischen Zukunft lassen sich gleich viele entgegengesetzte Anschauungen gegenüberstellen. 5A