dazu dienen, im kurzen Bild die entscheidenden Züge einer dritten Periode der Listschen Lehre und damit einen Blick durch das Ge- samtschaffen Lists zu geben. Eine solche Übersicht fehlt in der List- literatur. Drittens aber bringt dieser Abschnitt den endgültigen Beweis der im Anfang aufgestellten These, daß das Strukturmotiv der drei Sy- steme der mittleren Zeit in einer bestimmten politischen Schau lag — wobei wir hier wie immer von der durchgehenden einheitlichen Struktur alles Listschen Denkens als einer dynamischen Lehre der pro- duktiven Kräfte absehen. Denn diese Stufensystematik, geformt aus der politischen Konstellation: England im Gegensatz zu Deutschland, Frankreich, Amerika, scheidet aus Lists Lehre aus in dem Augenblick, wo er seine politische Haltung gegen England wechselt; List verläßt jetzt die Stufenlehre, obwohl sein wirtschaftlicher Kampf und Wetteifer gegenüber England in gleicher Weise und mit gesteigerter Intensität andauert; das Motiv der Stufentheorie war demnach weder in der ökonomischen Sphäre noch in einer historischen Erkenntnis gelegen117, Viertens bringt die wirtschaftliche Lehre, die zur Imperial- nation gehört, einen abschließenden Beitrag zu den Problemen, die wir bei der Darlegung der vierten Wirtschaftsstufe der Preisschrifi and des Nationalen Systems aufgezeigt haben. Das Imperium hat eine eigene Zollpolitik, gerade diese Seite der Lehre hat List voll aus- geführt, eine Zolllehre, die in der Alternative Freihandel oder Schutz- zoll überhaupt nicht mehr begriffen werden kann. ; Der Umschwung der Lehre, von der wir sprechen, kann auch von einer anderen Seite betrachtet werden. Die politische Grundlage der mittleren Zeit, eben die kontinentale Opposition gegen die nation predominante, beruhte zu einem Teil auf einer Fiktion: List hatte nach der Kontinentalsperre nur eine wirtschaftlich gleiche Lage Deutschlands, Frankreichs, Amerikas gegenüber Englands wirklich er- lebt. In den beiden Systemen tritt dieser Bestand — durch objektive Täuschung — als politische Gemeinschaft auf, die ja nicht exi- stierte. Alle Schriften zeigen Lists intensives Interesse gerade für Na- poleon; sein Versuch, Europa oder einen noch größeren Teil der Welt zur politischen Einheit zu bringen, und zwar gegen England zu eini- gen, entsprach in der politischen Sphäre dem, was List in der wirt- schaftlichen Schicht für Deutschlands Entwicklung wünschte. List wollte die gleiche Einigung, eine napoleonische Tat — aber ohne die Last der Übermacht Frankreichs!18, Diese Täuschung wird ausge- glichen. Und wieder hatte List durch ein schärferes Hinsehen auf Eng- land gelernt. Mit immer tieferer Glut hat List in den letzten sechs Jahren seines Lebens die englische Politik und den Kampf um die Korngesetze mit- gelebt, dessen Bedeutung in fast unheimlicher Größe und Klarheit vor seinen Augen stand!!?; beseelt, jener großen Zielstrebigkeit Peels in Deutschland eine entsprechende Gegenleistung zur Seite zu stellen — in dem noch nicht voll geeinten Deutschland gegen das historisch festgefügte England — tritt er, List, der alleinstehende Privatmann in einem nichtparlamentarischen Lande. gegen den Staatsmann Peel 5a