land für die Rückfracht nicht in demselben Maße über Massenfrachten verfügt, wie das gerade bei England der Fall ist. Die Frachtraten beim Bezug der Erze auf den deutschen Wasserstraßen hängen von der Ent- wicklung des Gesamtfrachtenmarktes ab; sie sind auf der Oder gegenüber der Vorkriegszeit weniger gestiegen wie auf dem Rhein; die Sach- verständigen begründeten das mit den verschiedenen Schiffahrtsverhält- nissen auf den beiden Strömen, in der Hauptsache aber damit, daß die Schiffahrt auf der Oder sich in stärkerer Konkurrenz zur deutschen und polnischen Eisenbahn befinde, Im Rahmen der allgemeinen Preissteigerung haben auch die deut- schen Bahnfrachtsätze für Erz eine Erhöhung von etwa. 20 bis 26 °% gegenüber dem Stand vor Ausbruch des Krieges erfahren. Durch Ge- währung eines Sondertarifes wird der Bezug der Minetteerze nach Rheinland-Westfalen begünstigt. Nach Mitteilung der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist zugleich dem Sieg-, Lahn- und Dillgebiet durch einen Ausnahmetarif eine Frachterleichterung gewährt worden, da dieser Tarif zum Teil die Friedenssätze einräumt, zum Teil — .und zwar in den wichtigsten Verkehrsbeziehungen — die Friedensfrachten um nur rund 10 °/ übersteigt. Im allgemeinen erfolgt die Preisbildung auf dem Erzmarkt aus der freien Wirkung von Angebot und! Nachfrage; in der Nachfrage kon- kurrieren die verschiedenen. Industrien der europäischen Staaten und auch die eisenerzeugende Industrie der Vereinigten Staaten miteinander. Der Bezug der ausländischen Eisenerze vollzieht sich dabei meist durch freie Abschlüsse der einzelnen Werke; Erzbezugsgemeinschaften irgend- welcher Form bestehen nicht, wenn man von gelegentlichem Zusammen- gehen absieht. Bei den wichtigen hochphosphoörhaltigen Erzen bestehen gewisse Zusammenschlüsse der Anbieter; einen ausschlaggebenden Ein- fluß besitzt hierbei die schwedische Grängesberg-Trafik-Aktiebolaget, Öxelösund, die in der letzten Zeit ihren Einfluß auch auf den Erzberg- bau anderer Gebiete, insbesondere auf die wichtigen Erzgebiete von Nordafrika, zu erweitern sucht. Mit dieser Gesellschaft steht die deutsche eisenerzeugende Industrie für einen Teil ihres Bezuges in lang- fristigem Vertragsverhältnis. * In dem französischen Minettegebiet stellt die Societ6 des Mines de Lorraine (Somilor) den Zusammenschluß der wichtigsten lothringischen Gruben zu einem Verkaufssyndikat dar. Auch hier befinden sich die dentschen Werke somit einem einheitlichen Verkäufer gegenüber. N Bei der Gesamtbedeutung des ausländischen Erzbezuges gewinnt die Stellung der Unternehmungen, die vermittelnd an ihm mitwirken, erheb- liches Interesse. Im allgemeinen werden die Abschlüsse zwischen den Werken und Erzgruben unmittelbar getätigt, daneben nimmt der Erz- handel nach den Angaben: der Sachverständigen mit 20 bis höchstens 25°% an der gesamten Erzversorgung teil. Im Gegensatz zu dem Schrotthandel, über den später berichtet wird, übt er seine Handels- funktionen ungebunden aus. Die Firmen haben sich nicht, jedenfalls Nicht in ausschlaggebendem Umfange, mit Reedereien oder Werken der eisenerzeugenden Industrie zusammengeschlossen. Ihre Tätigkeit bildet nach Angabe der Sachverständigen eine wertvolle Ergänzung der eigenen 15