aus frachtungünstig gelegenen Gebieten. besteht. Die mitteldeutschen und sächsischen Werke sind bestrebt, nur den minderwertigen Schrott des nächstgelegenen Gebietes aufzunehmen, so daß der Schrottanfall der Ostseeprovinzen nach Oberschlesien gebracht werden muß, soweit er nicht auf dem Seeweg der westlichen Industrie zugeführt wird. Die Erlöse, die nach Abzug der Frachten und der Verladungskosten in diesen [rachtungünstig gelegenen Gebieten erzielt werden, regen eine intensive Sammeltätigkeit um so weniger an, als es sich bei minderwertigem Schrott um Sammelware handelt, deren Verladung mit besonders hohen Auf- wendungen verbunden ist. Außerdem ist in den vorwiegend landwirt- schaftlichen Gebieten der Anfall von emailliertem und galvanisiertem Material beträchtlich, das für die weitere Verwertung einer besonderen Vorbereitung bedarf; es läßt daher dem ersten Verkäufer nur. geringe Erlöse und reizt wenig zu sorgfältiger Behandlung und Aufbewah- rung an. 4 Für die eisenerzeugende Industrie ist es andererseits wichtig, daß möglichst restlos und unter wirtschaftlichen Bedingungen der gesamte Anfall von Schrott dem Verbrauch zugeführt wird; denn Schrott als Abfallprodukt ist nicht an einer Stelle in beliebigen Mengen erzeugbar, er muß vielmehr von vielen einzelnen Anfallstellen dem Verbrauch durch eine große Zahl einzelner Kanäle zugeführt werden. Der Vielheit der Stellen, an denen Schrott anfällt, steht eine örtliche und organisatorische Konzentration des Verbrauchs gegenüber. Dieser Unterschied drückt sich in der Struktur und in der Dynamik des Marktes aus, an dem drei Gruppen beteiligt sind: Verbraucher, Händler und die Stellen, an denen Schrott zunächst anfällt. Die Verbraucher haben sich zu Einkaufsorganisationen zusammen- geschlossen, die der Ausschaltung von Belastungen im Schrottbezug dienen sollen. So sollen unnötige Frachtkosten vermieden werden, in- dem der Schrott den Verbraucherbezirken aus den frachtgünstigst ge- legenen Gebieten zugeführt wird, zugleich soll den Verbrauchern die Übersicht über den Markt erleichtert und durch Konzentration des Ein- kaufs die Gestaltung des Marktes beeinflußt werden. Der Zweck wird durch Zusammenschließung wichtiger Handelsunternehmungen, durch gemeinsame Lieferungsbedingungen, und eine möglichst einheitliche Preisbasis zu erreichen versucht. Im Westen wird der Schrotteinkauf eines großen Teiles der Werke durch die Schrotteinkaufsstelle der Vereinigten Stahlwerke in Dortmund getätigt, die mit Ausnahme der in der Vereinigten Stahlwerke Aktien- gesellschaft zusammengeschlossenen Werke von dem größten Teil der übrigen Werke mit dem Einkauf beauftragt ist. In der Zeit vom 15. No- vember 1926 bis zum 14, Juni 1927 hat die Einkaufsstelle dem Verbrauch etwa 70 °/% des gesamten Schrottbedarfs der westlichen Werke zugeführt. Die benötigten Mengen werden von dem Großhandel bezogen. Die Abwicklung der einzelnen Geschäfte erfolgt unmittelbar zwischen der jeweils beteiligten Großhandelsfirma und dem Empfangswerk. In Ost- und Mitteldeutschland besorgt als Einkaufsorganisation die Deut- sche Schrottvereinigung G. m. b.H., Berlin (früher Eisenhandels G. m. b. H.) für die ihr angeschlossenen sächsischen, mitteldeutschen und ost- An