Erze, die einen für den Hochofenbetrieb ungeeignet hohen Feinheitsgrad haben, werden nach besonderem Verfahren durch Agglomerieren und Brikettieren stückig gemacht. Außer den Erzen finden als Rohstoffe im Hochofenbetrieb noch eine Reihe Nebenerzeugnisse der Eisenindustrie selbst Verwendung, wie Schweißschlacken, Walzechlacken, Hammerschlag, Konverterauswurf sowie Martinschlacken, von denen letztere auch noch als Mangan- und Phosphorträger eine Rolle spielen. Daneben werden noch alte Halden eisenreicher Schlacken von früheren Rennfeuer-, Frischfeuer- und Puddelbetrieben verhüttet. Schließlich kommen für die Eisenerzeugung als Rohstoffe noch in Frage die Rückstände von der Schwefelsäuregewinnung aus Schwefelkies, sogenannte Kiesabbrände, sowie Rückstände von der Teerfarbengewinnung, Eisenoxyde, welche beide einen Eisengehalt von 55 bis 65°% aufweisen. Wie aus der Aufstellung im Statistischen Teil*) ersichtlich ist, hat die deutsche Eisenerzförderung vor dem Kriege im deutschen Zollgebiet damaligen Umfangs im Durchschnitt der Jahre 1909 bis 1913 rund 31 Millionen Tonnen mit etwa 9,5 Millionen Tonnen Eisengehalt be-Ho Der durchschnittliche Eisengehalt der Erze stellte sich auf 30,9 %/o. Berechnet man die Vorkriegsförderung in den Grenzen des neuen Zollgebietes der Nachkriegszeit, so betrug die durchschnittliche Eisenerzförderung 1909 bis 1913 rund 6,4 Millionen Tonnen mit 2,15 Millionen Tonnen Eisengehalt bei einem überschläglichen Eisengehalt der Erze von 34,2 %. Die Förderungszahlen für das erste Halbjahr 1926 liegen noch nicht 70T [Il. Einfuhr von Eisenerzen nach Ländern und Güte. Die Einfuhr von Eisenerzen in der Vorkriegszeit im Durchschnitt der Jahre 1909 bis 1913 betrug, wie aus dem Statistischen Teil*) hervorgeht, für das deutsche Zollgebiet alten Umfangs rund 11 Millionen Tonnen, also der Gewichtsmenge nach betrachtet etwa ein Drittel der jamaligen Erzförderung. Diese Einfuhr hatte aber im Vergleich zum Eisengehalt der zollinländischen Förderung, der 9,4 Millionen Tonnen ausmachte, einen Eisengehalt. von rund 6 Millionen Tonnen. Es sind also im Durchschnitt hochwertige, etwa 60 prozentige Eisenerze einyeführt worden. Um im einzelnen ein Bild von den verschiedenen Eisengehalten der verwendeten Auslandserze zu geben, ist für die Jahre 1913 und 1924 auf Grund der tatsächlichen Erzeinfuhrzahlen und ihrer Prozentgehalte der Eisengehalt je Tonne ausgerechnet worden. Die Eisengehalte der eingeführten Auslandserze schwankten im Jahre 1913 von 37 % (französische Erze) bis 64,71 % (schwediech-norwegische Erze) und im Jahre !) Siehe S. 222 ff. 16