Wenn man den Gesamtbedarf der deutschen Hochöfen berücksichtigt, so erscheint die Menge verschwindend klein, sie kann aber nicht entbehrt werden, da die vorzügliche Qualität der Erze, insbesondere der Siegerländer Eisen- und Mangankarbonate, von kaum einem Auslands-#Tz erreicht wird und der Siegener Eisenstein den einzig nennenswerten inländischen Manganträger darstellt. Auf der anderen Seite gibt der Eisenerzbergbau an der Sieg und Lahn, volkswirtschaftlich betrachtet, einem von der Natur stiefmütterlich bedachten, rauhen Bergland die Möglichkeit, eine zahlreiche, säßige Bevölkerung zu ernähren, und eine Summe von 50 bis 60 Millionen RM., die bei unserer passiven Handelsbilanz schwer ins Gewicht fällt, der deutschen Geldwirtschaft zu erhalten. Ohne scharfe geographische Grenzen setzen in den alten Rumpfgebirgen des Siegerlandes in der Gegend‘ von Siegen bie tief in den Westerwald und fast bis an den Rhein reichend gangförmige Vorkommen auf, die Spaltenausfüllungen unterdevonischer Schichten bilden und in räumlich geringer Längenausdehnung und fast verschwindender Mächtigkeit oder Dicke sich fast senkrecht in die Erdrinde bis zu unbekannten Tiefen erstrecken. Die Mächtigkeit der räumlich oft weit voneinander entfernten, Meist tief in den Bergen liegenden Gänge beträgt im Durchschnitt etwa 2m, ist aber außerordentlich unregelmäßig und kann nahezu ganz verschwinden, andererseits viel stärker sein. Auch haben die Erzkörper, entsprechend ihrem hohen Alter, an allen tektonischen Veränderungen der nachfolgenden Erdperioden teilgenommen; Faltungen, Spaltenverwerfungen, Verschiebungen und Überschiebungen durchsetzen sie in großer Zahl, so daß heute die in der Längen- und Tiefenerstreckung zerrissenen und auseinandergezerrten einzelnen Schollen und Trümmer mühsam und in langdauernder Arbeit, die sich zwangsläufig aus dem Vortrieb ünterirdischer Strecken ergibt, aufgesucht werden müssen. In dieser Unsicherheit des Aushaltens der Gänge im Streichen und Fallen liegt das kennzeichnende Merkmal des ganzen Eisensteinbergbaus an der Sieg, und es liegt auf der Hand, daß hierdurch gr0ßzügige Aufsuchungs- bzw. Aufschließungsarbeiten außerordentlich er-Schwert werden und die vorhandenen Anlagen eigentlich ständig in den technischen Grubeneinrichtungen umgeschaltet werden müssen. Diese Verhältnisse bedingen auch letzten Endes die hohen Betriebskosten, die trotz der hohen Qualität der Erze den wirtschaftlichen Not-Stand des Gebietes, der schon vor dem Kriege vorhanden war und nach dem Zusammenbruch bzw. der Rückkehr zu geordneten Verhältnissen katastrophale Formen annahm, verschuldet haben. . Die Ausfüllung der Siegerländer Gangspalten besteht vorwiegend aus Spateisenstein (Eisenkarbonat), der immer erhebliche Mengen Mangankarbonat enthält, dem einerseits Schwefelkies, Kupferkies, Zinkblende und Bleiglanz als schädliche Bestandteile beigemengt sind und der andererseits durch Kieselsäure und Tonerde in Gestalt von Quarz und eingeschlossenen Nebengesteinspartien erheblich verunreinigt ist, Infolge der Beimengung dieser dem Hüttenmanne unerwünschten Be-Standteile ist. naturgemäß der Gehalt an Eisen und Mangan gedrückt FC