und nur in Ausnahmefällen finden sich in dem Fördergut der Gruben mehr als 30° Fe, während reiner Spat 36 bis 39° dieser Metalle aufweist. Da ein Erz mit 30° Fe trotz eines zwischen 4 bis 5° liegenden Mangangehaltes kaum verhüttungsfähig ist, muß die Handelsqualität durch Aufbereitungs- und Veredelungsprozesse unter Aufwand erheb- licher Kosten erarbeitet werden, um schließlich einen. R oh spat_mit etwa 36° Fe zu bekommen, der dem Röstprozeß zugeführt wird. Diese eigentlich schon hüttenmännische Vorbereitungsarbeit wird in Schacht- öfen unter Kokszusatz durchgeführt, um die Kohlensäure auszutreiben und den immer vorhandenen Schwefelgehalt weiter zu drücken. Das Endprodukt — der R ostspat — ist ein Erz, das nunmehr unter Ver- lust von */3 seines Gewichtes 47 bis 50 °% Eisen und 8 bis 10 °% Mangan enthält, von keinem deutschen Eisenerz an Güte übertroffen wird und schon im unmittelbaren Hochofengang ein Roheisen ergibt, das bei seiner manganreichen und phosphorarmen Beschaffenheit vorwiegend der Stahl- und Spiegeleisenerzeugung dient, mit dem der Westen auch das übrige Deutschland versorgen muß. Aus dem Vorhergesagten geht hervor, daß die Fördermenge von 2500000 Tonnen im Jahre nicht in Großbetrieben in weitgehend mechanisierten Anlagen erzeugt werden kann, wie dies bei den meisten ausländischen Vorkommen der Fall ist, sondern sich aus vielen Teil- summen zusammensetzt, da jeder Gang des Siegerlandes ein bestimmtes Fördermaximum hat, das leider sehr tief liegen muß. Es beträgt bei einer mittleren Siegerländer Grube 50000 Tonnen im Jahr. Daraus erhellt ohne weiteres, daß die Jahresförderung von 2500 000 Tonnen aus einer ganzen Reihe von Gruben“) zusammengebracht wird, die alle mit vollständigen Anlagen über und unter Tage ausgestattet sind, die kostspielige Anschlüsse an die Verkehrswege erstellen müssen . und erhebliche Aufwendungen zur Hebung der in den Spalten zirkulierenden Wasser erfordern. So ergeben sich die ver- schiedenartigsten Belastungen der Fördertonne durch die unproduktiven aber in ihrer Höhe kaum abänderbaren Kostenfaktoren und es ergibt sich weiter, daß eine Rentabilität nur bei einem Zusammentreffen aller günstigen Umstände möglich ist, aber auch in diesem Falle die Durch- führung großzügiger Aufschlußarbeiten aus eigener Kraft kaum mög- lich sein werden. Zuletzt folgt daraus eine überaus starke Abhängig- keit von der Konjunktur, da, die an der Grenze der Rentabilität befind- lichen Werke dauernd auf höchstmögliche Fördermenge gestellt werden müssen, also eine Verbilligung der Selbstkosten durch Produktions- steigerung nur in ganz verschwindendem Umfang und auch dann nur auf Kosten der Aus- und Vorrichtung — also der Erzreserve — möglich ist. Aus demselben Grunde muß aber auch jedes Heraufgehen eines Unkostenfaktors die Grube in Gefahr des Erliegens bringen, da ein Ausgleich im Preise nur in den seltensten Fällen denkbar erscheint und zusätzliche Geldmittel nicht vorhanden sind. Auf jeden Fall wirkt eich eine solche Erhöhung eines die Selbstkosten bildenden Unkosten- 1) Siehe Karte Anlage 1, 8. 109. 2