‚Zu Beginn der Kreidezeit begann der Harz und ein nordwestlich anstoßendes Gebiet allmählich emporzusteigen. Gleichzeitig senkte sich Norddeutschland. So konnte das Kreidemeer seine Küste von Norden Nach Süden verschieben. Es brandete dabei an den in der Hebung be- griffenen Gebirgen und an den im nördlichen Harzvorland! bereits vor- handenen Gebirgszügen und zerstörte diese dabei mehr oder minder. Die von der Brandung gelösten Schuttmassen wurden von den Meeres- Strömungen sortiert und fortgeführt. Die schweren und größeren Teile wurden näher der Küste oder an ruhigen Stellen abgelagert, die feineren und leichteren Teile wurden weiter fortgeführt. Das gleiche Seschah mit den Schuttmassen, die von den Festländern, auf denen eine intensive Verwitterung und Erosion anzunehmen ist, durch gewaltige Flüsse ine Meer geführt wurden. Die Schichten, die der Zerstörung anheimfielen, waren vielfach Juraschichten, die in bestimmten Ton- Schichten nicht unbeträchtliche Mengen von Toneisensteingeoden und Phosphoriten enthielten, ferner, besonders in den Kernen der Gebirgs- Sättel, ältere Schichten, so Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein. Die nach Süden vorgreifende Kreide bildet. somit an ihrer Basis ein Transgressionskonglomerat, dessen Komponenten aus triasischen. Ge: töllen der Nachbarschaft, bestehen, dann besonders aus Brauneisen und Phosphatgeröll des Juras, die teils aus der Nachbarschaft der Ab- lagerungsstelle herrührten, teils weiter her verfrachtet wurden. Je Nachdem die Art des Untergrundes und die Küste mit ihren Strömungs- und Brandungserscheinungen Veranlassung zum Absatz der eisen- Teilchen Konglomeratschichten bot, geht dieser vor sich oder unterbleibt. So ist die unterste Kreide stellenweise als Eisenerzlager, stellenweise Nur tonig und sandig ausgebildet. Die günstigste Ausbildung zeigt das Lager am Höhenzuge von Salzgitter, so daß es unter dem Namen „Salz- Sitterer Erzlager‘“ bekannt geworden ist. Die generelle Senkung wurde von kurz andauernden Hebungs- Perioden unterbrochen. Dabei konnte auch stellenweise bereits gebil- detes. Lager zerstört und umgelagert werden. Gegen Ende der unteren Kreide — im Albien — erfolgte ein stärkeres Vordringen des Meeres Nach Süden. Die eisensteinführenden Juraschichten, die bisher lokal der Brandung ausgesetzt waren und das Material für die Bildung des Eisenerzlagers lieferten, wurden überflutet. Die Zufuhr von diesem Erz hörte damit auf, Das bisherige Ablagerungsgebiet für die Eisenerze Wurde tieferes Meer. Es erfolgte jetzt ein Niederschlag von Sanden und Tonen und später von Kalken, den Sedimenten der Tiefsee. ; : Zu Beginn der oberen Kreide erfolgte eine neue Hebung, die den Meeresboden, besonders nördlich einer Linie Braunschweig—Hildesheim, Zu Tage emporhob und zu Gebirgen auffaltete, wobei die Basis der Kreide des öfteren zu Tage kam. Im oberen Emscher (obere Kreide) er- folgte wiederum eine Senkung dieses Gebietes. Das Emschermeer zer- Störte die gehobenen Teile der unteren Kreide, arbeitete sie auf und lagerte das hierin enthaltene Erz an geeigneten Stellen wieder ab. Dieses Lager ist die unter dem Namen „Ilseder Erzvorkommen“ ‘be- kannte Lagerstätte. Es liegt also weiter nördlich wie das „Salzgitterer Lager“ und in einer höheren. Etage der Kreideschichten. Bei.weiterem 5 End.-Ausseh. 11I. Rohstoffvers. d. deutsch. eisenerzeug. Ind. 73