betragen nur 100 bis 200m. Infolgedessen ist es uns möglich, mit geringeren Selbstkosten zu arbeiten. Auch die Härte des Gesteins ist bei uns nicht so groß wie im Siegerland. Wir brauchen infolgedessen weniger Sprengstoffe und können leichter herein. Vorsitzender: Wie groß ist denn die Förderung im Lahn- and Dillgebiet? Sachverständiger Einecke: Die Gesamtförderung im Lahngebiet hat im letzten Jahr etwa 700 000 Tonnen betragen, ist also wesentlich zeringer als im Siegerland. Die Selbstkosten belaufen sich auf etwa 11,20 RM. Der Preis, den wir nach der Festlegung der Preiskommission jgekamen, belief sich auf 8 RM. und ist jetzt nach Wegfall der Sub- ‚ention gesteigert worden. Vorsitzender: Bekommen Sie den gesteigerten Preis? Sachverständiger Einecke: Dieser Preis ist zur Zeit nicht zu arzielen. Wir haben den Preis um 1 RM. gesteigert, glauben aber, daß wir den Mehrpreis von 1 RM. nicht bekommen werden, weil uns mit Ausbruch des Krieges eine neue Konkurrenz erwachsen ist in dem französischen Erzgebiet in der Normandie, das im Tagebau vollkommen gleichwertige Erze liefert. Sie werden ungefähr 30 bis 40°, billiger gewonnen als unsere Erze, und auf den westfälischen Märkten auch wesentlich billiger angeboten, als wir unsere. Erze anbieten können, bei Berücksichtigung der Fracht, die von Weilburg und Wetzlar bis Westfalen notwendig ist. Wir können also die Spanne, die zwischen len Selbstkosten und den Preisen besteht, allein kaum ausgleichen. Wir versuchen zwar, statt des 42prozentigen Steins einen 45prozentigen Stein zu gewinnen, und lassen die Partien, die nur 42prozentige Steine haben, stehen. Das ist aber ein gewisser Raubbau, ein Nachteil für die Lebensdauer der Gruben, für die Amortisation des ganzen Unter- aehmens. Vielleicht bekommen wir durch diese Überprozente einen annehmbaren Preis und können die Spanne von 9 RM. und 11,25 RM. stwa um 1 RM. ausgleichen. So bleibt dann immer noch eine Spanne von 1.25 RM., die in irgendeiner Form überbrückt werden muß. Vorsitzender: Werden die Erze aus der Normandie jetzt exportiert? Die Franzosen hatten ein Ausfuhrverbot. Sachtverständiger Einecke: Dieses Ausfuhrverbot besteht jetzt nicht mehr; die Erze werden in bedeutenden Mengen exportiert. Vorsitzender: Wie ist die Lohnentwicklung bei Ihnen? Ist sie die gleiche wie im Siegerland? Sachverständiger Einecke: Die Löhne müssen sich natürlich immer in gewisser Weise der Lage der Werke anpassen. Trotzdem haben wir sehr viel gegenüber der Vorkriegszeit getan. In der Vor- kriegszeit waren die Löhne für den Hauer 3,35 M. und 3,50 M.; heute sind sie etwa 5 RM., obschon die Preise, die wir vor dem Kriege bekamen höher waren als heute; sie liegen heute um 1.50 RM. tiefer. Das ist der Einfluß der Normandieerze. AA