Äußerungen des Verbandes Deutscher Schrott- betriebe zur Frage der Schrott-Tarifierungen. Eingereicht: Juli 1927. Zur Beurteilung der Schrott-Tarifierung bedarf es eines kurzen Rückblicks über die Schrottfrachtenentwicklung. Vor dem Kriege ging altes Eisen, ohne große Unterscheidungen zu treffen, nach dem Spezialtarif III. Die Angemessenheit der Frachthöhe, die glatte Behandlung des Schrottversands durch die Reichsbahn gab, keinen wesentlichen Anlaß zu Klagen. In der Kriegszeit traten. gewisse Erleichterungen infolge erweiterter Fassung des Tarifwortlautes ein. In der Inflationszeit trat die Frachtfrage zurück. Sie wurde erst wieder brennend nach der Stabilisierung. Vor dem Kriege war der Schrottverbrauch geringer als heute, es ist daher auch damals keine Schrottknappheit im heutigen Ausmaße fest- zustellen gewesen. Die Versandstrecken, insbesondere für minder- wertiges Material, waren allgemein kürzer. Mangels Bestehens umfas- sender Schrottorganisationen wurde auch für besonders niedrige Tari- fierung von Schrott keine Sorge getragen. Gegenüber der Vorkriegszeit weist heute die Schrott-Tarifierung einschneidende Verschärfungen auf. a) Während die Schrottpreise heute noch teils nominal Friedens- stand aufweisen, teils höchstens 20 % über Friedenspreis liegen, sind die Frachten der Klasse E, nach der Schrott heute tarifiert, nicht nur um 40 % der Gesamtgeldentwertung erhöht, sondern noch darüber hinaus. Während heute nahezu sämtliche anderen Waren und Rohstoffe in überwiegendem Ausmaße zu Ausnahmetarifen gefahren werden (etwa 70 % des Gesamtversands), ist, dies hei Schrott nicht der Fall. 1. Ein Wasserumschlagstarif ist abgelehnt worden. 2. Ein Seehafenausnahmetarif, insbesondere für Abwrack- schrott, wurde gleichfalls abgelehnt. Der einzige Ausnahmetarif (AT 7) befördert heute nahezu gar kein verhüttungsfähiges Schrottmaterial, da sein Wort- laut den handelsüblichen Voraussetzungen nicht entspricht, weshalb der Tarif fast nicht angewandt werden kann. 3 473